J.D. Geck nimmt Blockheizkraftwerk in Betrieb

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Jens Peter Fischer (links) und Timo Ott vor dem Herzstück der Anlage: Der Achtzylindermotor von MAN hat eine Leistung von 270 PS und liefert maximal eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Altena - Knapp 3000 Kilowattstunden Strom liefert das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) der Firma J. D. Geck pro Tag. Das entspricht dem Jahresverbrauch eines Zweipersonenhaushalts. Die Anlage ist damit die größte in ganz Altena.

Im Werk Hammer braucht das Unternehmen nicht nur Strom, sondern auch Wärme – fünf Galvanikanlagen werden dort betrieben, die rund um die Uhr die richtige Betriebstemperatur haben müssen. „Das sind ideale Voraussetzungen für den Betrieb eines Blockheizkraftwerkes“, weiß Jens Peter Fischer. Der Installateur aus Rosmart hat die Anlage gemeinsam mit der Seuster Elektrotechnik eingebaut. „Das war ein ziemliches Abenteuer“, blickt er angesichts von Größe und Gewicht zurück.

Die kommen nicht von ungefähr: Ein Achtzylinder-Motor von MAN bildet das Herz der Anlage. Seine rund 270 PS treiben eine Turbine mit einer Leistung von 120 Kilowatt an. Sie liefert den Strom. Die Wärme kommt aus dem Kühlkreislauf, den wie jeder andere auch dieser Verbrennungsmotor benötigt. Als Treibstoff dient übrigens Gas, das etwas günstiger als üblich ist – die Energiesteuer (0,55 Cent pro Kilowattstunde) wird den Betreibern von Blockheizkraftwerken nämlich erstattet.

Dass die Entscheidung für die Anlage auch wirtschaftliche Gründe hat, verschweigt Timo Ott nicht. Er ist Umweltmanager bei J.D. Geck und weist darauf hin, dass ein kostenbewusster Umgang mit Energie stets auch ein ökologischer ist, weil er zu einem sparsamen Umgang mit den Ressourcen zwingt.

Das BHKW ist nicht das erste, das Fischer gebaut hat. Er arbeitet bei solchen Aufträgen eng mit den Herstellern der Anlagen zusammen. In diesem Fall ist das die Firma Buderus. Peter Furgol, technischer Berater im Außendienst dieses Unternehmens, liefert erstaunliche Zahlen: In drei Jahren schon werde sich der sechsstellige Kaufpreis der Anlage bei J.D. Geck amortisiert haben, sagt er. Ausgelegt ist sie für eine Lebensdauer von zehn Jahren, in dieser Zeit spare sie 1500 Tonnen CO2 ein. J.D. Geck gehört zwar nicht zu den Unternehmen, die eine CO2-Abgabe zahlen müssen – „aber wir achten natürlich trotzdem auf unsere Schadstoffbilanz“, betont Ott.

Eine Laufzeit von zehn Jahren klingt gering – diese Angabe relativiert sich, wenn man sich den Motor in einen Lastwagen eingebaut denkt. Selbst wenn der nur 50 Stundenkilometer schnell fahren würde, legte er im Dauerbetrieb in dieser Zeitspanne 4,3 Millionen Kilometer zurück.

Für Fischer sind die BHKW vor allem für Industriebetriebe eine echte Alternative. Zurzeit plant er zusammen mit Buderus für einen Lüdenscheider Betrieb eine Anlage, die sogar zu Kühlungszwecken dienen soll.

Von Thomas Bender

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