Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr - Dr. Andreas Hollstein: „Ziehe meinen Hut“

Volles Haus Samstag in der Schützenhalle Dahle: Mehr als 180 Feuerwehrfrauen und -Männer folgten der Jahresdienstbesprechung. Foto: Bonnekoh

Altena - „Das Jahr 2015 war kein leichtes Jahr, auch für die Stadt nicht. Aber unsere Feuerwehr ist ihrem Auftrag Leben zu erhalten und zu schützen wieder in beeindruckender Art und Weise nachgekommen. Davor – und noch vor vielem anderen von den Haupt- und Ehrenamtlichen Geleisteten – ziehe ich meinen Hut!“

Klare Worte von Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein auf der Jahresdienstbesprechung am Samstag, 13. Februar, in der Schützenhalle Dahle. Dass sich Menschen falsch verhielten – gemeint war das Anzünden der Flüchtlingsunterkunft – sei nicht wegzudiskutieren. „Aber das ist nur die eine Seite und das Werk einzelner“. Wichtiger sei das, was die Wehr bewegt habe. Stichwortartig nannte er dabei mehr als 600 geleistete Hilfsstunden allein für das Herrichten von Wohnraum im Vorfeld der Ankunft der zusätzlich von Altena aufgenommen 100 Bürgerkriegsflüchtlinge.

600 Stunden allein für Flüchtlinge

Aber auch THW, DRK und Polizei sparte der Verwaltungschef bei diesem Lob nicht aus. Wehrführer Alex Grass und sein Vize Stefan Brockhaus präsentierten dann den mehr als 180 erschienenen Kameraden einen bis auf den Punkt vorbereiteten Jahresrückblick. Er wurde zusätzlich durch Text, Grafiken und Bilder auf einer Großleinwand visualisiert. Neben einer Einsatzstatistik, geleisteter Nachbarschaftshilfe, Arbeiten am ,Vorbeugenden Brandschutz’ und den vielen, vielen Lehrgängen am Institut der Feuerwehr in Münster gab es zusätzlich noch Kurse auf Kreisebene und Lehrgänge des Rettungsdienstes zu besprechen. Klar, dass der Stadtbrandinspektor auch Beförderungen und Ernennungen aussprach sowie langjährige Wehrleute ehrte. Klare Worte fand Grass zur Nachwuchsarbeit in der Jugendfeuerwehr, die kreisweit zu den Besten gehört. 

Ob Kammerwart, ob Abteilung Fahrzeugtechnik, ABC-Zug, Seelsorge-Team, Ausbildungsgruppe, Schnelle-Einsatzgruppe, SEG, ob Atemschutzgewärtewart beziehungsweise Sicherheitsbeauftragter: Alle kamen zu Wort, trugen vor, was sich in 2015 getan hat. Fazit: Die mehr als 220 Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr haben allein im vergangenen Jahr tausende von Stunden ehrenamtlich für die Bürger der Stadt geleistet und ihre persönliche Freizeit geopfert. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein im Beisein von Christel Voßbeck-Kayser, MdB, Uwe Scholz, CDU-Fraktionschef, Oliver Held, Grünen-Fraktionssprecher und weiteren Ratsmitgliedern und Ehrengästen: „Das war einfach eine Spitzenleistung der gesamten Feuerwehr der Stadt Altena. Ein herzliches Danke dafür!“

Rettungsdienst rückte 2569 Mal aus

28 Mal brannte es im vergangenen Jahr in Altena. Darunter waren die zwei Großbrände Lutherkirche und Flüchtlingsheim. 61 Mal musste sich die Wehr mit Fehlalarmierungen herumplagen, darunter aber immerhin 22 Fälle „in guter Absicht“. Nur zwei Missbräuche stehen in der 2015er Statistik. Technische Hilfeleistung musste die Wehr genau 229 Mal leisten. Ein Riesenarbeitspensum aber hatte der Rettungsdienst zu absolvieren. 

Viele lobende Worte für die Wehr

Er musste genau 2569 Mal ausrücken (gegenüber 2014 ein Plus von 399 Einsätzen). 868 Mal fuhr der Notarzt mit. 228 überörtliche und 798 innerstädtische Krankentransporte waren zu leisten. Sieben Mal musste der Rettungshubschrauber angefordert werden, im Jahr zuvor war Christoph 8 nur vier mal vor Ort gewesen. Kindergärten und Schulgruppen besichtigten die Feuer- und Rettungswache durchschnittlich einmal im Monat. Das Erstellen von Gutachten, Beratungen vor Ort, Brandschauen, Nachschauen und Brandsicherheitswachen stiegen im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr teils deutlich an.

Schwerpunkt ist die Aus- und Weiterbildung

Ein Schwerpunkt war in 2015 die weitere Aus- und Fortbildung der ABC-Einheiten und der Atemschutzträger. Zum 31. Dezember 2015 zählte die Wehr 103 Atemschutzträger. Glück für Alex Grass. Der hatte auf der Dienstbesprechung 2014 angekündigt, sollte die Marke von 120 Atemschutzgeräteträgern im Jahr 2015 fallen, übernehme er alle Getränke auf der Jahresdienstbesprechung 2016. Die Marke wurde knapp verfehlt - doch Grass ließ sich nicht lumpen. Eine Runde für das ganze Haus gab’s trotzdem – auch als kleines Dankeschön des Chefs an alle seine Leute. „Ich bin verdammt stolz auf euch!“

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