Festgottesdienst zum Jubiläum der Friedrichskirche

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Viele Gemeindemitglieder und Gäste feierten das 125-jährige Jubiläum der Friedrichskirche.

Altena - Für viele Gemeindemitglieder war es ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Rainer Lange, Pfarrer in der Rahmede von 2001 bis 2011, und Rolf Neuhaus, Pfarrer ebendort von 1988 bis 1993, ließen es sich nicht nehmen, persönlich zum 125. Geburtstag der Friedrichskirche in Altroggenrahmede zu gratulieren. Weiterer besonderer Gast im Festgottesdienst am Sonntag war Wilma Klevinghaus.

Sie lebte mit ihrem Mann Pfarrer Paul Klevinghaus von 1951 bis 1956 im Pfarrhaus am Stockey. Ihre Erinnerungen an die Zeit in der Rahmede hat die heute 91-Jährige kürzlich in einem Buch zusammengefasst: „Meine Zeit im Land der tausend Berge“.

Gemeindepfarrer Thorsten Brinkmeier erinnerte in seiner Predigt an die Anfänge der Gemeinde in der Rahmede, die 1886 als erste von mehreren in der Umgebung aus der Kirchengemeinde Lüdenscheid heraus gebildet wurde (wir berichteten). Lüdenscheider Kaufleute hätten versucht, das zu verhindern, weil sie fürchteten, sonntags weniger Kunden zu haben, wusste Brinkmeier zu berichten – und verwies auf die aktuelle Debatte um verkaufsoffene Sonntage in heutiger Zeit. Rund 120 000 Mark hätten der Bau von Kirche und Pfarrhaus seinerzeit gekostet – Hochrechnungen hätten ergeben, dass das heute etwa vier Millionen Euro entsprechen würde, „ohne Gewähr“, betonte der Pfarrer.

Aber viel mehr als die Vergangenheit stellte er die Bedeutung von Kirche in heutiger Zeit in den Mittelpunkt seiner Predigt. Dabei berichtete er auch, was seine Konfirmanden dazu gesagt hatten. Unter anderem sollten demnach Kirchen dazu dienen zu zeigen, dass Glauben etwas Besonderes ist. Brinkmeier ergänzte, dass es immer wieder Momente gebe, in denen Menschen solche geschlossenen, geschützten Räume bräuchten: „Es ist kein Zufall, dass nach Katastrophen und Anschlägen Kirchen geöffnet werden.“ Aber sie könnten auch für jeden ganz persönlich wichtig sein: „Manche Ereignisse im Leben sind so groß, die brauchen ein großes Gebäude.“ Das könnten freudige Anlässe genauso sein wie traurige.

Nicht alle Kirchen müssten so groß und auffällig sein wie die Friedrichskirche. Schließlich dienten in früheren Zeiten auch Wohnzimmer als Kirchen und Gottesdienste könnten auch im Wald gefeiert werden. Aber die Friedrichskirche sei mehr als der Treffpunkt der Gemeinde, sie sei eine Visitenkarte des Stadtteils, von der aus vieles für die Menschen in der Rahmede geleistet werde.

So hob auch Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein in seinem Grußwort die Bedeutung und das Engagement der Gemeinde für den Stadtteil hervor – aktuell zum Beispiel in der Flüchtlingshilfe.

Pfarrer Thorsten Brinkmeier hieß im festlichen Rahmen des Jubiläumsgottesdienstes auch Krimhild Ochse offiziell willkommen, die ihn mit einer halben Pfarrstelle bei seiner Arbeit in Oberrahmede und in der Rahmede unterstützt. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor der Gemeinde.

Die beiden ehemaligen Pfarrer Rainer Lange und Rolf Neuhaus ließen in ihren Grußworten persönliche Erinnerungen aufleben. Letzterer hatte dazu ein ganzes Bündel an Anekdoten parat, wie seinen Versuch, im Pfarrhausgarten Salat zu pflanzen, dem die Schnecken ein schnelles Ende bereiteten. Rainer Lange hatte als Geschenk ein Fotobuch mit Bildern aus seiner Zeit im Dienst der Friedrichskirche mitgebracht.

Zeit für Gespräche, um in Erinnerungen zu stöbern, gab es reichlich – beim Empfang in der Kirche, wo auch eine Ausstellung zur Geschichte des Gotteshauses zu sehen war, und später bei Mittagessen und Kaffeetrinken im Gemeindehaus.

Viele Besucher des Festgottesdienstes nutzten die Gelegenheit, im Gemeindehaus im Angebot des Adventsbasars des Kreativkreises zu stöbern. Der Erlös fließt in die für das kommende Jahr geplante Sanierung der Kirchenorgel.

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