320 000 kleine Bachforellen ins Leben geschickt

Neue Fische für die Lenne in Altena

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Am Samstag, 12. März,  traten die Fische die Reise in die Lenne an. Ausgesetzt wurden sie in flaches Gewässer mit Kiesinseln, wo sie sich gut vor Fressfeinden verstecken können

Altena - 320 000 kleine Bachforellen hat die Interessengemeinschaft Lennetaler Sportfischer in den vergangenen Tagen in die Lenne gesetzt.

Im flachen Gewässer haben sich die Mini-Fische prompt unter kleinen Kiesinseln verkrochen. Nachdem sie zwei Monate von den Altenaer Anglern von „Früh auf“ im Bruthaus gehegt und gepflegt worden sind, müssen sie sich nun selbst versorgen.

Im Bruthaus

Frisch gefiltertes Wasser, wie die Angelsportler es ihnen täglich geboten haben, gibt es in der Lenne nicht. Ein paar Tage halten die Nahrungsvorräte aus dem Dottersack noch vor, der seit der Schlüpfgeburt auf ein Fünftel seiner Größe geschrumpft ist. „Dann spätestens müssen die kleinen Forellen sich von Mikroorganismen ernähren“, erklärt Ralf Böttner.

Kleine Forellen

Täglich waren er und seine Kollegen in den vergangenen Wochen im Bruthaus nahe der Fuelbecker Talsperre vor Ort und haben in den Brutschubladen nach dem Rechten gesehen. Zu Anfang wurden vor allem die weißen, nicht befruchteten Eier aussortiert. „Das hat alles gut geklappt. Viele der insgesamt 320 000 Brütlinge haben es geschafft!“ freut sich der Angler. Mit fünf Prozent Ausschuss muss bei einem Mammutprojekt wie der Bachforellenzucht gerechnet werden. „Über den Verlust durch Fressfeinde denken wir lieber gar nicht nach...“, ergänzt Böttner. Von den 304 000 Jungfischen werden vermutlich nur fünf Prozent das Erwachsenenstadium erreichen.

Erwachsenenstadium

Das macht 16 000 Bachforellen mehr aus, die in wenigen Jahren die Lenne zusätzlich bevölkern werden. Vorher schlagen Raubvögel zu - allen voran der von Anglern so verhasste, nicht einheimische Kormoran, der die heimische Lenneforelle mit ihrem markanten roten Punkt massiv bedroht. Mit Bedacht werden große Nachzuchten deshalb an Orten ausgesetzt, wo sie sich gut verstecken können: „Die Insel in der Lenne am Pragpaul bietet zum Beispiel solch gute Bedingungen. Da gibt’s viel Kies, in dem die Forellen Unterschlupf finden können. Im ersten Jahr schaffen sie es auf eine Größe von bis zu acht Zentimetern. Kleine Forellen dieser Reifestufe kann man im Sommer durchaus oft an den Lenneterrassen beobachten.

Im Sommer

Im dritten Lebensjahr sind Bachforellen geschlechtsreif und können sich selbst vermehren - was bitter nötig ist in Anbetracht des Appetits des Kormorans, der bis zu vier Kilo Fisch am Tag frisst. Am liebsten natürlich dicke Fische. Da kommt es gelegen, dass Bachforellen ihr Leben lang weiter wachsen. Sterben sie eines natürlichen Todes und führen ein Leben ohne Zwischenfälle, dann werden sie meist acht Jahre alt. Das würden die „Früh auf“-Angler natürlich gern sehen, dass die von ihnen aufgezogenen Tiere gut gedeihen. Natürlich möchten sie auch mal die ein oder andere Bachforelle fangen. „Denn Schmackhaft sind sie ja auch...“

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