Imposante Greifvogelschau beim Zeitsprung auf der Burg

In Amerika hocken die Weißkopfseeadler am Straßenrand. In Deutschland sind sie eine rare Attraktion, die auf der Burg gezeigt wurde. Foto: Hornemann

Altena - Der Mäusebussard kreist oft über der Stadt, doch so nah wie am Sonntag, 19. Juli, auf der Burg kommen ihm auch die geduldigsten Naturbeobachter selten. Das Tier aus der Falknerei Pierre Schmidt hört auf den Namen „Maryanne“ und ist dank früher Gewöhnung an den Menschen eine zahme Attraktion bei den Greifvogelschauen.

An die Flügelspannweite von Weißkopfseeadler „Alaska“ kommt Maryanne zwar längst nicht heran, doch in Attraktivität und Schläue stehen sich die Großvögel aus dem Hause Schmidt in nichts nach: Wüstenbussard „Medusa“ lässt sich sogar bei Hochzeiten einsetzen. Sie kann vorab sowohl den Antrag überbringen, als auch die Ringe zum Altar liefern. Wie punktgenau sie fliegen kann, bewies sie am Sonntag im Burghof, als sie millimeternah über die Köpfe einer Kindergruppe hinwegflog und dabei ordentlich Wind machte. Auch schmalste Schneisen durchfliegt sie im Nu.

„Möglich wird das durch das früh einsetzende Training“, erklärte Falknerin Silke Meller, die mit den ehrenamtlichen Falknerei-Mitarbeiterinnen Henriette Schindler und Susann Morawitz zum „Zeitsprung“ auf Burg Altena angereist war. Schon mit zwölf bis 14 Lebenswochen beziehen die Greifvögel Quartier in Erftstadt-Gymnich, wo sie an die Lockstange, die massiven Handschuhe und verlockende Futterangebote gewöhnt werden, die zum zielgerichteten Flug animieren.

Ausgebildet werden sie auch zu Jagdvögeln. Damit das artgerecht erfolgt, bereist Pierre Schmidt regelmäßig Afrika, um sich dort für den Artenschutz von Greifvögeln stark zu machen. Unter seiner Anleitung fachgerecht ausgebildete Vögel werden auch ins Ausland verkauft. Jäger schätzen die tierische Unterstützung, das Publikum der Shows aus dem Hause Schmidt die gute Unterhaltung, die ein worttreuer Vogel bieten kann.

Schleiereule „Gina“ überzeugte allein durch ihre Anmut. Ihr Federkleid, so versicherte Susann Morawitz, ist tatsächlich so flauschig, wie es aussieht. Natürlich wurden die Tiere am Sonntag nicht zu sehr beschmust, sondern maximal mit dem Handschuh aufgenommen und auf dem Arm gehalten. Der sibirische Uhu „Gunkel“, so verriet Falknerin Silke Meller, genießt in seinem privaten Umfeld aber doch ganz gern mal eine Streicheleinheit.

Viel mehr gefiederte Freunde bietet das Falknerei-Gelände in Erfstadt, wo Interessenten an Workshops und Seminaren teilnehmen oder Hochzeiten und Kindergeburtstage buchen können.

Wer’s so schnell nicht dort hin schafft, kann beim Mittelaltermarkt vorbeischauen: Auch da sind Schmidt-Vögel zu Gast.

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