Sucharbeiten beendet

Hunderte Kilogramm Munition aus den Lennewiesen entfernt

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Fast 760 Kilo Infanteriemunition kamen zutage.

Altena - Als im August 2013 in der frischen Baustelle des Lenne-Radweges am Stortel ein aufmerksamer Radfahrer eine Granate aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs entdeckte, da ahnte sicher niemand, dass dieser Fund nur die Spitze des vielzitierten Eisbergs markierte.

Jetzt, zwei Jahre und acht Monate später, konnte der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Entwarnung geben und die Sucharbeiten nach letzten Sondierungen für beendet erklären.

Was dort in den Lennewiesen, im Bereich zwischen Stortelkurve, Wasserwerk und Gasstation im Boden schlummerte, hat selbst erfahrene Kampfmittelräumer überrascht. Markus Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung, nennt das Vorkommen südöstlich des Altenaer Ortseinganges „einen der größten Kampfmittelfunde der letzten Jahre in Westfalen.“

Was die Mitarbeiter der auf Munitionsräumung spezialisierten Firma Röhll über die Monate aus dem Erdreich geholt haben, das füllt eine ansehnliche und erschreckende Liste: Elf Schützenminen, 25 Stück Leucht- und Signalmunition, 25 Panzerfaust-Granaten, 71 Handgranaten, 91 Gewehrgranaten und 155 Spreng- und Panzergranaten großen Kalibers.

An Granaten vom Kaliber zwei Zentimeter wurden sogar 3221 Stück geborgen. Die am Stortel außerdem gefundene Infantriemuniton erfassten die Kampfmittelräumer der Einfachheit halber gleich kiloweise: Es waren am Ende 759 Kilogramm, sowie noch einmal 1171 Kilogramm „Munitionsteile mit anhaftenden Sprengstoffen“. Reichlich brisant also, was da den künftigen Radweg säumte. Sozusagen nebenbei wurden auch noch 5186 Kilogramm „Schrott“ entsorgt.

Auf einem alten Foto, das einen Teil der Stortelwiesen entlang der Kurve kurz nach dem Kriegsende zeigt, sind allein über 20 Fahrzeuge zu erkennen, die zur Wehrmacht gehört haben dürften. In einem Buch über das Kriegsende im Sauerland (Willi Mues, Der große Kessel) ist beschrieben, das bei dieser Wiese am 14. April 1945 die deutsche Panzerlehrdivision kapituliert hat.

Das Kapitel Kampfmittelräumung ist nun – zumindest für diesen Bereich – wohl abgeschlossen. „In so einem Fall muss man sich kümmern und alles beseite schaffen“, sagt RP-Sprecher Söbbeler. Wenn die eigene Personalkapazität dabei nicht ausreicht, müssten dann auch externe Firmen ins Boot geholt werden. „Da gibt es eben keine Alternative – Sekt oder Selters.“

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