Stadt schafft Stelle für den Klimaschutz

Als es der Wirtschaft 2009 richtig schlecht ging, legte der Bund ein Konjunkturpaket auf – Millionen flossen in die Kommunen, Altena setzte das Geld konsequent für Energiesparmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden ein. Dirk Gasch, Hausmeister des Burggymnasiums, präsentierte damals die nagelneue Heizungsanlage der Schule

Altena -  Geht doch: Nachdem der Stadtplanungsausschuss das Klimaschutzkonzept kommentarlos abgenickt hatte, befasste sich der Rat am Montag inhaltlich mit dieser Sache. Vielleicht lag es daran, dass Christian Esseling, unter dessen Regie das Werk entstanden ist, in seinem Vortrag diesmal einen etwas anderen Schwerpunkt setzte: Energie einzusparen bedeute fast immer auch Kostensenkung, sagte er.

Nach seinen Schätzungen geben Privatleute und Industrie in Altena jährlich 45 Mio. Euro für Strom, Gas, Öl und Treibstoffe aus. Dieser Betrag lasse sich durch Energiesparmaßnahmen um 25 Prozent reduzieren. Außerdem sei es möglich, etwa neun Prozent des in der Stadt anfallenden Energiebedarfs vor Ort durch die Nutzung von Sonne, Wind und Wasserkraft zu erzeugen.

83 Prozent des Altenaer Gebäudebestandes seien vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet worden – mit dieser Zahl gab Wesseling einen Hinweis darauf, wo besonders viel Energieeinsparungen möglich sein müssten.

Esseling sei genau der richtige Mann für die Arbeit in Altena gewesen, sagte der Bürgermeister. Es sei ihm gelungen, „viele Menschen mitzunehmen“ und das Klimaschutzkonzept damit auf eine ähnlich breite Basis wie das Stadtentwicklungskonzept zu stellen. Seitens der SPD versprach Lutz Vormann „eine positive Begleitung“ der jetzt anstehenden Schritte. Oliver Held von den Grünen sah Einsparpotenziale in den Schulen und setzte sich dafür ein, sie an Einsparungen zumindest zu beteiligen, um einen Ansporn für den sparsamen Umgang mit Energie zu geben. Helmar Roder (CDU) wies darauf hin, dass nur zwei Prozent des CO2-Ausstosses auf städtische Immobilien und Fahrzeuge entfalle. Es sei deshalb wichtig, die breite Öffentlichkeit für das Thema zu interessieren.

Das sei eine der wesentlichen Aufgaben eines Klimaschutzmanagers, erklärte Esseling – der müsse zusammen mit anderen, vor Ort bereits vorhandenen Fachleuten ein Netzwerk bilden, das ein möglichst umfassendes Beratungs- und Informationsangebot biete.

Der Klimaschutzmanager soll tatsächlich kommen: Die Stadt wird eine entsprechende Stelle schaffen. Diese Entscheidung fiel dem Rat relativ leicht, weil die Personalkosten zu über 90 Prozent bezuschusst werden. Ein entsprechender Förderantrag wird zeitnah gestellt, allerdings ist nach Esselings Erfahrung mit einer etwa sechsmonatigen Bearbeitungsdauer zu rechnen. Auch für ein Konzept, das die Suche nach Einsparmöglichkeiten an kommunalen Gebäuden zum Ziel hat, soll ein Förderantrag gestellt werden.

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