Ordnungsamt inspiziert Gebäude aus anderem Grund

Hochhäuser auf dem Nettenscheid nicht für Flüchtlinge geeignet

Sehen von innen noch schlimmer aus als von außen: In den meisten Hochhäusern auf dem Nettenscheid können definitiv keine Menschen mehr wohnen, meint die Stadt.

Altena - In einem der leerstehenden Hochhäuser auf dem Nettenscheid brennt Licht – dieser Hinweis eines Anwohners rief jetzt Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt auf den Plan.

Der Aufmarsch der Behörden blieb in der Nachbarschaft nicht unentdeckt und führte schnell zu der Vermutung, dass jetzt überprüft werde, ob die Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen geeignet seien. Das entbehre aber jeglicher Grundlage, betonte Josef Paul, der Leiter des Ordnungsamtes, am Donnerstag: „Die Gebäude sind in einem völlig desolaten Zustand, der das definitiv nicht möglich macht“.

Die Feuerwache verfügt über Schlüssel für die Haupteingänge der Hochhäuser. Mit dessen Hilfe gelangten die Behördenvertreter in die Gebäude und konnten dort das Rätsel des brennenden Lichts schnell lösen: Bis auf einen sind dort alle Stromkreise abgestellt – nur der Mobilfunkmast auf einem der Dächer wird noch versorgt.

Damit dort jederzeit Wartungsarbeiten möglich sind, wird über diesen Zähler auch ein Treppenhaus mit Strom versorgt – als letztens ein Techniker vor Ort war, wurde schlicht vergessen, das Flurlicht auszuschalten. Das Problem erwies sich als ad hoc nicht lösbar, weil das Licht über einen Schlüsselschalter betätigt wird.

Bei ihrer Inspektion fanden die Behörden auch eine Stelle, an der vor einiger Zeit gezündelt worden ist. Sie stellten nach Angaben von Paul zudem einen Kanister mit einer unbekannten Flüssigkeit sicher.

Der Hochhauskomplex besteht aus mehreren Gebäuden, von dem nur in einem noch einige wenige Wohnungen belegt sind. Der Rest steht seit Jahren komplett leer. Inzwischen hätten dort Metalldiebe ganze Arbeit geleistet, berichtete Paul nach dem Ortstermin. Kabel und Leitungen seien aus der Wand gerissen worden, selbst die Drahtseile der Aufzüge wurden gestohlen – ganz zu schweigen von eingeworfenen Scheiben und anderen Vandalismusschäden, deren Beseitigung einen immensen Aufwand bedeuten würde.

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