Oldie-Premiere für den MSC Altena ein echter Erfolg

So kann man sich täuschen: Der Riley im Vordergrund war das älteste Auto des Starterfeldes. Die Nummer 39 im Hintergrund sieht nicht viel anders aus, ist aber ein gerade mal fünf Jahre alter Morgan. Der modern wirkende Mercedes SL ist achtmal so alt.

Altena - Samstagmorgen am Langen Kamp: Trotz des trüben Wetters waren sie alle gekommen, die Teilnehmer der ersten Burg-Rallye des MSC Altena. 46 mehr oder weniger historische Fahrzeuge gingen an den Start – ein Ohren- und Augenschmaus auch für zahlreiche Zuschauer.

Neben wirklich alten Fahrzeugen wie einem Riley aus dem Jahr 1935 fuhren auch so genannte „Youngtimer“ mit, so ein erst 24 Jahre alter Volvo 940. Noch jünger, aber bei weitem nicht moderner waren einige der Morgans, die in der Klasse „Tribute to Morgan“ antraten. Diese „very britischen“ Fahrzeuge werden bis heute von Hand gebaut, nach wie vor haben sie einen Holzrahmen – bei Morgan hat sich seit 1936 nicht viel verändert.

Viele Starter waren Altenaer – da hat manch einer ein altes Schätzchen in der Garage, von dessen Liebhaberei man bisher nicht viel wusste. Durch ihre Teilnahme unterstützten sie natürlich auch den MSC, der mit der Rallye Neuland betrat und bei der Premierenveranstaltung eine organisatorische Meisterleistung ablieferte. Fast 70 Vereinsmitglieder waren dazu im Einsatz.

Insgesamt 224 Kilometer musste das Fahrerfeld der Rallye Burg Altena in zwei Etappen zurücklegen. Auf der Strecke galt es zudem acht Wertungsprüfungen möglichst präzise und fehlerfrei zu absolvieren. Vor allem der Beifahrer sei bei diesen Herausforderungen besonders gefordert und kaum in der Lage, mal einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Ihm obliege es nämlich, den Fahrer mit den Richtungsbeschreibungen aus dem Bordbuch zu versorgen, so Verkehrsreferent Heinz Wagener vom Motorsportclub Altena. „In Fachkreisen wird es nur das Gebetbuch genannt, aus dem der Co-Pilot vorlesen muss. Und wehe, er verwechselt einmal rechts und links“.

„Wir sehen uns wieder“

Im Gewerbegebiet Rosmart wartete auf die Teilnehmer der historischen Rallye eine Gleichmäßigkeitsprüfung. „Hier kommt es nicht im Geringsten auf die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs oder das fahrerische Können an. Allein die Präzision in Sachen Geschwindigkeit zählt“, so Wagener. Die Vorgabe: Zwischen zwei Lichtschranken muss eine genau definierte Distanz in einer vorgegebenen Zeit abgefahren werden, z.B. eine Streckenlänge von 230 Metern in 36 Sekunden. Die technischen Geräte messen die Zeit auf ein hunderstel genau. Thomas Fuchs und Carola Piepenstock haben sich bereits am Vorabend der Rallye auf die Prüfung vorbereitet und mit ihrem Privatwagen eine Übungsrunde gedreht. Seit dem Jahr 1999 fahren die Lüdenscheider einen Chrysler Plymouth, Baujahr 1960. „Das Auto“, so der stolze Besitzer, „sollte schon was hermachen“. Und es sei vor allem der V8-Motor, der so schön blubbert.

Die Extrarunde hat sich für die Beiden ausgezahlt. In der Touristikklasse belegten sie den ersten Platz. Auf dem zweiten und dritten Rang folgten Rainer Stolzenberg und Rosemarie Sämann mit einem Audi 80 Coupe GT sowie Peter und Claudia Eisele mit einem Morgan Plus 8. In der Sportklasse setzten sich Patrick Weber und Sonja Ackermann mit einem BMW 3,0 SI an die Spitze der Wertung; gefolgt von Willy und Christa Eisinger mit einem MB 190 SL sowie H.-Jürgen Grewe und Jutta Franken mit einem Alfa Romeo 2000 GTV. Am Ende waren sich alle Teams einig: „Wir sehen uns im nächsten Jahr in Altena wieder!“ - jw/ben.-

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