Heinz Wagener und Bärbel Erbstößer: Linie 30 ist richtig gut!

Unterwegs im Bus mit den Fahrgastzählern

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„Wir sind keine Kontrolleure!“ betonen Heinz Wagener und Bärbel Erbstößer und präsentieren ihre Ausweise.

Altena - MVG-Fahrgäste werden ihnen in den nächsten Tagen noch öfter begegnen: Die Fahrgasterheber sind aktuell in den Bussen unterwegs und notieren, mit welcher Art von Fahrschein die Altenaer unterwegs sind.

Einer von ihnen ist MSC-Verkehrsreferent Heinz Wagener. Linie 30 zählt zu seinen Favoriten. Bärbel Erbstößer kommt es ein bisschen vor wie Wandertag, als sie sich an der Haltestelle Tiergarten einfindet. So idyllisch am Wald gelegen ist der Wendehammer am Kopf des Stadtteils. Als Sonja Loskowski mit dem Bus vorfährt, winkt sie. „Man kennt sich schon!“ lacht Heinz Wagener. Die Tiergarten-Serpentinen hinab bleibt die Gruppe unter sich. Am Bahnhof steigt der erste Fahrgast zu, das Duo Erbstößer/Wagener erkennt sofort, um was für eine Fahrkarte es sich handelt.

Was für eine Fahrkarte?

 „Wertvoll sind die 99er, die 100er überhaupt nicht. Letztere sind Personen ohne Beförderungsschein“, berichtet Heinz Wagener. Die machen entweder eine legale Freifahrt oder fahren schwarz. „Wir dürfen denen aber keine 60 Euro dafür abnehmen. Denn wir sind keine Kontrolleure.“ Die Ziffer 99 steht für Schwerbehinderternausweis. Für jeden Fahrgast nebst Begleitperson, der damit zusteigt, darf die Märkische Verkehrsgesellschaft Landesfördergelder beim Verkehrsministerium abrechnen. Dafür und auch für die Abrechnung mit Verkehrsgesellschaften in Nachbarverkehrsgebieten sind die Fahrgastzählungen wichtig.

Wichtig für die Abrechnung

 Drei mal im Jahr setzen sich dafür Menschen wie Heinz Wagener und Bärbel Erbstößer für zwei bis drei Wochen in Buslinien und bitten gegebennenfalls auch um erneutes Vorzeigen der Fahrausweise. Sie selbst haben einen Fahrgastzählerausweis, damit sie sich als MVG-Mitarbeiter erkenntlich machen können. Weil sie wenig vom Fahrgast verlangen, geht es meist ganz locker zu. „Wir fragen nicht nach Namen, Alter oder wohin die Reise geht. Deshalb geht’s meist lustig und friedlich ab“, erklärt Heinz Wagener. Insbesondere auf Strecken wie der Linie 30, die eine Runde über Tiergarten, Bahnhof, Krankenhaus, Knerling und wieder zum Ausgangspunkt dreht, kennen sich fast alle Zusteiger.

Man kennt sich

Heimspiele wie heute sind aber nicht selbstverständlich: „Man lernt den Märkischen Kreis schon gut kennen. Sogar Haltestellen ohne Haltestellenschild gibt’s da“, berichtet Wagener schmunzelnd beim Aussteigen. Jetzt muss es flott gehen, ein MVG-Mitarbeiter wartet mit Dienstwagen. In 18 Minuten geht’s weiter in der nächsten Linie: Auf zum Breitenhagen!

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