Haus Lennestein schließt

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In die Jahre gekommen: Am Lennestein müsste vieles repariert werden.

Altena -  Manchmal ist an Gerüchten auch etwas Wahres dran. In diesem Fall muss es wohl heißen: leider! Seit Wochen heißt es in der Stadt, ,der Lennestein schließt’. Jetzt ist es bittere Realität. „Wir werden das Traditionshaus zum 1. Juli schließen“, so Pomislav Lavric von der Betreiberfamilie.

Seit drei Jahren hat das Team der Familie in Küche und Keller „gezaubert“ und sich einen guten Namen erarbeitet. „Zum einen läuft unser Miet- und Pachtvertrag aus. Zum anderen ist das Haus eine Art Fass ohne Boden“, sagt Pomislav Lavric. Er habe sich an vielen Tagen mehr als „Hausmeister, denn als Gastronom gefühlt.“ Es sei seit vielen, vielen Jahren „nichts mehr in die Bausubstanz oder Technik“ investiert worden.

Gleich nachdem seine Familie das Haus übernommen habe, hätten Tüv und Stadt auf eine besondere Notstromversorgung und -schaltung bestanden. „Das hat uns mal eben 35 000 Euro gekostet“. Jetzt ist das Dach für rund 250 000 Euro an der Reihe, von der Heizung, die laut gesetzlicher Vorschrift „alle 30 Jahre auszutauschen ist“, ganz zu schweigen. Da kämen schnell noch mal 30- bis 50 000 Euro auf die Lavrics’ zu. „Geht nicht“, sagt Pomislav Lavric, der auch bei der Besitzerfamilie Itani kein Entgegenkommen verspürt, sich irgendwie zu einigen. „Wer kaufen will, dem ist immer alles zu teuer. Und wer verkaufen will, der fordert und fordert“, sagt er etwas ungelenk und traf sich noch kürzlich mit Frau Itani als Eigentümerin. Man habe sich nicht einigen können. Da habe auch ein weiterer Hinweis auf den Zustand der Toiletten und Abwasserleitungen „es stinkt teils zum Himmel - was nicht an der Sauberkeit oder dem Putzen liegt“, nichts gefruchtet.

Den Altenaern danken die Lavrics für „ihre Treue und ihre konstruktive Begleitung, seit wir das Haus führen.“ Sie bedauerten sehr, dass es jetzt Absagen für bereits fest gebuchte Festivitäten und Veranstaltungen geben müsse. „Wir bieten alternativ unser Haus ,Vier Jahreszeiten’ in Werdohl an.“

Mit dem Haus Lennestein geht in der Stadt der letzte Gastronomie-Betrieb mit großem Saal vom Netz. Leidtragende sind unter anderem Vereine wie die Theaterbühne Auf Draht, Travestie-Künstler, die über viele Jahre ausgebuchte Säle vorweisen konnten, eine Bauchtanz-Gruppe, die im Herbst auftreten wollte und Altena aktiv mit dem Kinderkarneval, die Schützen der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft und nicht zuletzt Tanzlehrer Olaf Diembeck. Der hatte sich speziell über Schützenfest „ganz bewusst nicht an negativen Gesprächen und Spekulationen über das Haus beteiligt“, wie er sagte. Allerdings meinte er auch: „Das Glück trifft den, der vorbereitet ist.“ Nach 23 Jahren Tanzgeschichte in und mit dem Lennestein ziehe seine Tanzschule zum 1. August in das ehemalige Lokal des Märkischen Tanzsportclubs im Stapelcenter um. „Da ist Platz für einen Hubschrauber-Landeplatz, drei Busse und etwa 300 Pkw-Parkplätze. Zudem liegen wir dann mitten in der Stadt“. Schüler und Tanzbegeisterte wird er „jetzt anschreiben und entsprechend informieren.“

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