Gymnasiasten diskutieren über Datenschutz im Netz

Uwe Kunold, Marit Buddensiek, Christel Voßbeck-Kayser MdB und Robert Stein (v.l) diskutierten mit den Zehntklässlern des Burggymnasiums über das Thema Datenschutz im Internet. Ihr Ziel: Frühzeitige Medienkompetenz der Schüler. -  Foto: Schröder

Altena - Rund 115 Hände gingen in die Höhe, als Christel Voßbeck-Kayser die Zehntklässler des Burggymnasiums (BGA) am Donnerstag fragte, wer bei einem sozialen Netzwerk angemeldet sei. Als sie jedoch anfügte, wer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelesen habe und deswegen auf eine Mitgliedschaft verzichte, war keine Schüler-Hand mehr in der Luft.

Im Rahmen des Programms „Politik trifft Schule, Schule trifft Politik“ hatte die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete in die BGA-Aula eingeladen, um mit den Schülern über das Thema „Datenschutz und Sicherheit im Internet“ zu diskutieren. Der CDU-Landtags-Abgeordnete Robert Stein, Marit Buddensiek (Referentin der NRW-Verbraucherzentrale) und Kriminalhauptkommissar Uwe Kunold ergänzten die Expertenrunde. Ihr Hauptanliegen: Den Schülern Medienkompetenz zu vermitteln. „Bereits im Grundschulalter werden die Kinder mittlerweile mit modernster Technik konfrontiert. Da ist es unerlässlich, so früh wie möglich über Gefahren und Möglichkeiten des Internets aufzuklären“, so Voßbeck-Kayser. Robert Stein, der in seiner Fraktion als Medienexperte agiert, unterstrich: „Medienkompetenz muss in die schulische Ausbildung eingebunden werden.“ Im BGA würde dafür bereits gesorgt: „In der sechsten Klasse können Schüler bei uns den ‘PC-Führerschein’ absolvieren. Zudem gibt es an unserer Schule eine Mediengruppe für alle interessierten Schüler. Auch dort werden Datenschutz und soziale Netzwerke thematisiert“, so BGA-Lehrer Werner Reiling. Robert Stein mahnte, dass Smartphone- und Internetnutzer jede Abgabe persönlicher Daten kritisch hinterfragen sollten: „Wenn ich etwas im Internet hochlade, bleibt es im Regelfall für immer im Netz.“

Nach Schüler-Angaben sorgen vor allem Smartphones für Stress bei den Heranwachsenenden. „Durch Whatsapp und Facebook ist man auf dem Smartphone in der Regel immer online. Der Absender bekommt angezeigt, wenn man seine Nachricht gelesen hat. Da führt es oftmals zu Streit, wenn nicht sofort geantwortet wird“, beschrieb eine Schülerin den „tragischen Regelfall“, dem sich immer mehr Jugendliche aussetzen. Ein Beispiel machte das Problem besonders deutlich: Noch während der Veranstaltung kassierte Schulleiter Hans Ulrich Holtkemper zwei Smartphones von Schülern ein. Sie hatten ihre Konzentration von der Diskussion auf das Gerät gelenkt.

„Einkassierte Smartphones müssen von den Eltern abgeholt werden“, so Werner Reiling. Der Mittelstufen-Koordinator: „Für einen wichtigen Anruf darf jeder Schüler sein Handy in der Schule nutzen. Der sonstige Gebrauch lenkt jedoch nur ab und hat hier nichts zu suchen.“

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