Großer Flohmarkt in Altenas Innenstadt

Historische Blech- und Holzschilder lassen Sammlerherzen höher schlagen. Meist sind diese Schätze aber früh weg.

Altena - Für ihre kalte Nachtwache waren die Standbetreiber des traditionellen Trödelmarkts am Tag der Deutschen Einheit entschädigt worden: Warmer Sonnenschein und gute Geschäfte versüßten ihnen den Feiertag. Glückliche Schnäppchenjäger zogen mit gefüllten Taschen durch das Einkaufsparadies - ein rundum gelungener Tag.

Ein bisschen müde waren sie am Morgen schon - jene Trödler, die sich von den Ereignissen der vorangegangenen Nacht hatten mitreißen lassen und spontan zum Altenaer Kneipenfestival dazugestoßen waren. Zeit zum Schlummern blieb da nicht viel: Schon am Morgen hatten sich die Schnäppchenjäger zahlreich in Richtung Altenaer Innenstadt aufgemacht, um sich die attraktivsten Angebote zu sichern.

Junge Familien mit Kinderwagen waren wie gewohnt gut vertreten: Bequeme und niedliche Kleidung für die Kleinen waren zum kleinen Preis und vor allem gut erhalten zu bekommen. Clevere Trödler hatten komplette Playmobil-Sets auf Augenhöhe von Kleinkindern aufgebaut, die ihre Eltern natürlich prompt auf diese attraktiven Angebote aufmerksam machten. Mama und Papa ließen sich oft und gern überreden - und wurden selbst auch fündig bei Büchern, Unterhaltungselektronik, schmückenden Accessoires oder Kuriositäten.

Der Flohmarkt bot sowohl coole und moderne Einzelstücke, wie auch Dekorationsartikel im Retro-Chic. Irgendwann ist schließlich alles wieder modern - man muss nur den richtigen Zeitpunkt finden. Rissen sich Sammler einst um ganze Setzkästen mit Ü-Eier-Figuren, sind die kleinen Plastikspielzeuge aktuell ziemlich out. Dafür hatte man von Pokémon und Yu-Gi-Oh! zwischenzeitlich jahrelang nichts gehört. „Ausgerechnet die sind gegangen wie frisches Brot“, berichtete Bernd Schlippe, der seit Jahren zu den Stamm-Anbietern im Stapelcenter gehört. Die Plätze hier sind wegen ihrer Wetterfestigkeit beliebt - diesmal waren die Open-Air-Trödler allerdings vollends glücklich mit ihren Plätzen an der Sonne. Bei vielen Altenaern blieb die Küche kalt, denn auch Fischbrötchen, Souflaki-Spieße, Reibeplätzchen, frisches Süßgebäck und noch viel mehr waren durch professionelle Standbetreiber, Vereine und angehende Abiturienten, die ihre Festkasse aufbessern wollten, im Angebot.

Waren und Tapeziertische mussten natürlich hin und rück transportiert werden. Entsprechend rar waren Ladezonen und Parkplätze im Städtchen und manch weiter Fußweg musste mit sperrigem Gut zu den Fahrzeugen zurückgelegt werden. Eng war’s, aber ein Verkehrschaos blieb glücklicherweise aus.

Am Ende zogen viele anbieter ein positives Fazit: Keller und Dachböden sind wieder ein bisschen leerer und es ist Geld für neue Investitionen reingekommen: „Das hat sich gelohnt!“ war oft zu hören.

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