Peter Prange stellt „Die Rose der Welt“ in der Bücherei vor

Roman-Autor Peter Prange bei seiner Lesung am Freitag.

Altena - Zu einem Heimspiel empfingen die Altenaer am Freitagabend „den entflohenen Sohn der Stadt“ im ausverkauften Saal der Bücherei. Bestseller-Autor Peter Prange revanchierte sich mit einer gründlichen Vorstellung seines gerade erschienenen Paris-Romans „Die Rose der Welt“ und der Ankündigung einer Roman-Trilogie über Altena – „eine Rückschau auf mein Leben“.

Intensiv seien die Beziehungen zwischen der Burgstadt und der französischen Hauptstadt schon seit dem 13. Jahrhundert, scherzte Peter Prange. Und wenn er das nicht mit der Lizenz des Romanciers zum schönen Schwindeln, sondern als Historiker erzählt hätte, wäre der Anlass zur Errichtung der Pariser Universität aus Altena gekommen: Denn auch in Frankreich habe man über die Errichtung einer Burg nachgedacht, doch „als die Pariser davon hörten, dass Altena eine Burg baute, haben sie sich gesagt: ‚Dagegen können wir sowieso nicht anstinken’.“ Soweit der Werbeblock für die große Vergangenheit Altenas. Die Pariser schufen statt einer weiteren Wehranlage etwas wahrhaft Großes: Sie errichteten um 1200 eine der ersten Universitäten Europas – einen Ort der Gelehrsamkeit, der dem Wissensmonopol der christlichen Kirche ein Stück weit entgegentrat.

Die Idee zu seinem Roman sei einem Vortrag des französischen Mittelalter-Historikers Jacques LeGoff entsprungen, erzählte Peter Prange. Im Pariser Karneval 1229 kam es nach einem Streit in einer Kneipe zu einer tagelangen Massenschlägerei, der sowohl die Kneipe als auch einige Studenten zum Opfer fielen. Der Vorfall, der in einen zweijährigen Universitätsstreik mündete, endete mit der Verleihung von Hoheits- und Selbstverwaltungsrechten an die Universität im Jahr 1231. Die Universität als Ort einer geistigen Unabhängigkeit ohne Gängelung durch Kirche und Staat – das war einer der Bausteine für die Etablierung von Freiheitsrechten in einem Europa, dessen „Werte“ Peter Prange in seinem gleichnamigen Buch von 2006 beschrieben hatte. Es mutet merkwürdig an, dass diese Ereignisse rund um den Uni-Streik 1229 lediglich in der Doktorarbeit einer Argentinierin aufgeklärt wurden. Die Autorin selbst habe ihm den Text zugänglich gemacht, erzählte Prange.

In „Die Rose der Welt“, einer blumigen Umschreibung für die Universität Paris, erzählt Peter Prange am Beispiel zweier Freunde den Hunger nach sozialem Aufstieg, Liebe und Bildung – auch seitens der Frauen, die damals noch ausgeschlossen vom Studium waren. Derb und drastisch kamen die Schilderungen vom Karneval daher. Beim Studium der Quellen habe er festgestellt, dass die Wirklichkeit seine wüstesten Träume weit übertroffen habe, erzählte Peter Prange. „Das in Köln ist Kindergeburtstag – Topfschlagen – dagegen.“ Der Passage über eine Eselsmesse schickte er eine Warnung voraus: „Zarte Gemüter bitte ich, ihre Ohren auf Durchzug zu stellen.“ Davon wurde nicht viel Gebrauch gemacht. Stattdessen stellten sich noch viele Besucher in die lange Schlange, um sich ihr Exemplar der „Rose der Welt“ oder die als Taschenbuch wieder erschienenen „Werte“ signieren zu lassen.

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