Greife faszinieren Publikum auf dem Hegenscheid

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Gegenseitiges Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung für die Falknerei. Erneut zu Gast an der Lenne waren am Sonntag fünf Falkner der Greifvogelstation Hellenthal aus der Eifel.

Altena - Faszination Greifvögel: Bei sonnigem, angenehm warmem, aber windigem Frühlingswetter begeisterte am Sonntag die Greifvogelschau auf dem Hegenscheid.

Zum zweiten Mal war die Greifvogelstation Hellenthal aus der Eifel, eine der ältesten und größten Anlagen ihrer Art in Mitteleuropa, auf Einladung des Café-Restaurants „Zum Windsack“, am Muttertag mit ihren Bussarden, Falken und Adlern auf dem weitläufigen Gelände am Flugplatz zu Gast.

Nachdem das Wetter im Vorjahr nicht so recht hatte mitspielen wollen, luden diesmal Sonnenschein und milde Temperaturen förmlich zu einem Ausflug ins Naherholungsgebiet zwischen Altena und Iserlohn ein. Lediglich der Wind machte vor allem den leichten, pfeilschnellen Falken zu schaffen. „Wir haben ausgesprochenes Glück mit dem Wetter“, freute sich Wirt Ulf Schätte mit Blick nach oben. „Gestern hatten wir hier noch fast Sturm.“ Mit Blaubussarden oder Kordillerenadlern, Sakerfalken, Wüstenbussarden, Weißkopf-Seeadlern, Schrei-Seeadlern und Steppenadlern war das fünfköpfige Falkner-Team aus der Eifel vor Ort, um Jung und Alt die Flugkünste der Greifvögel vorzuführen und über die Verhaltensweisen der Tiere zu informieren. Wie vielfältig die Welt der Greifvögel aussieht, erfuhren die Besucher bei der Show durch Falknerin Maike Schmidt aus erster Hand. Jeden „Flugkünstler“, der sich vertrauensvoll auf der Hand seines Falkners niederließ und eine Belohnung in Form von Fleischstückchen empfing, stellte sie dem staunenden Publikum einzeln vor. Auf die Heimat der Tiere, körperliche Merkmale, Jagdverhalten und vieles mehr ging sie ein. Dass Falken mit dem sogenannten Federspiel, einer Beuteattrappe, abgerichtet werden, Terzel (männliche Greife) oft kleiner, leichter und wendiger als die Weibchen sind und hoch gebogene Schwingen auf Hochgebirgsvögel schließen lassen, erfuhren die aufmerksam lauschenden Besucher.

Milo, der Weißkopf-Seeadler („Er sieht mit seinen vier Jahren noch aus wie eine übergroße Krähe“), stammt übrigens aus der erfolgreichen Nachzucht der Greifvogelstation. Noch überwiegend dunkelbraun gefärbt, begrüßte der Jungvogel seinen Falkner bei seinen Flügen stets mit einem freudigen Kontakt-Laut. Sein typisches Aussehen mit weißem Kopf erhält der Wappenvogel der USA erst in späteren Jahren. Musikalisch umrahmte die Big Band „Jazamwo“ des Woeste-Gymnasiums aus Hemer die Muttertagsveranstaltung am Café-Restaurant. Unter Leitung von Peter Westhoff – Bigband-Leiter Jörg Segtrop spielte selbst mit – unterhielten die jungen Musikerinnen und Musiker aufs Beste mit Jazz und einem rockig angehauchten Sound. Vom „Jailhouse Rock“ bis zum „Final Countdown“ reichte das breite Spektrum. Auch auf gefühlvolle Balladen verstand sich das junge Orchester. Mit Steak und Grillwürstchen, Kaffee, Kuchen und Getränken versorgte das „Windsack“-Team die Besucher auf dem Freifluggelände. Vor Ort war überdies der Pferdeschutz-Verein Iserlohn, der zugunsten seiner Tiere Selbstgemachtes wie Gelee und Häkelmützen verkaufte. - Von Monika Salzmann

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