Burgfreunde stehen bereit

+
Kirchenmaler Rolf Frank Römhild mit seinem syrischem Helfer Karek Hajuz, ebenfalls Kirchenmaler, im März beim Ausbessern der Schäden in der Lutherkirche.

Altena - Viele kleine Schritte sind zu gehen, wenn es um die Sanierung der Lutherkirche geht. Sie kosten Zeit. Weil es um ein Bauwerk von kulturhistorisch besonderem Wert geht, sitzt auch der Denkmalschutz immer mit im Boot. Da müssen Gutachten eingeholt werden, Gespräche mit Versicherungen sind zu führen.

„Hinter den Kulissen läuft sehr vieles“, berichtet Baulirchmeisterin Karin Thomas, „und Schritt für Schritt geht es auch weiter.“ Sicherlich ein großer Schritt ist in diesem Zusammenhang das Engagement der „Freunde der Burg“. Der Verein hat sich bereiterklärt, für einen besonderen Fund einzutreten. Das bestätigt Vorsitzender Bernd Falz. Die Rede ist von einem Grabstein, der nach dem Brand im Mai 2015 überraschend im Boden der Kirche entdeckt worden war. Fast 400 Jahre hatte die mächtige Sandsteinplatte mit aufwändiger Steinmetzarbeit dort gelegen, ohne das etwas über ihre Existenz bekannt war. Sie erinnert an den Drosten Dietrich von Ovelacker, der 1633 im bemerkenswert hohen Alter von 80 Jahren verstorben war. Von Ovelacker war Droste in Altena und Iserlohn. Die Familie hat für die Geschichte des heimischen Raumes erhebliche Bedeutung, weiß Hans Ludwig Knau, gebürtiger Altenaer, der seit Jahren als begeisterter Heimatforscher tätig ist und durch etliche Vorträge zum Programm der Freunde der Burg beigetragen hat. „In der Öffentlichkeit ist über die Familie aber recht wenig bekannt“, sagt Knau. Ein besonders interessanter Aspekt daran: Ein Nachfahre des Drosten hatte nach den Veröffentlichungen im Altenaer Kreisblatt mit der evangelischen Kirchengemeinde Kontakt aufgenommen und auch einen Besuch in der Stadt seines Vorfahren angekündigt.

Dass der Grabstein nun gehoben und künftig Besuchern der Kirche zugänglich gemacht werden kann, möchten die „Freunde der Burg“ sicherstellen. Noch sind nicht alle Einzelheiten – etwa zum genauen Ort der Anbringung – geklärt, doch das Signal der Förderer steht und ist für die Kirchengemeinde zweifellos eine prima Nachricht.

In der Kirche laufen derzeit Reinigungsarbeiten an Wänden und Säulen, auch der Fußboden wird gesäubert. Wann sie wieder eröffnet wird? Karin Thomas „Wunschtraum“ wäre Weihnachten, es könne aber durchaus Frühjahr werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare