Mühlendorf-Gemeinde muss Gürtel noch enger schnallen

Pfarrerin Merle Vokkert und Kirchmeister Peter Krey informierten die Gemeinde am Sonntag nach dem Gottesdienst über das Defizit im Haushalt der Gemeinde. Foto: Loewen

Altena - Ihre finanzielle Lage bereitet der evangelischen Kirchengemeinde Mühlendorf zunehmend Sorge. Deshalb hatte sie für Sonntag außerplanmäßig zu einer Gemeindeversammlung eingeladen

Kirchmeister Peter Krey stellte die vorläufigen Zahlen laut Betriebsabrechnung für das Jahr 2014 vor. Demnach klafft ein deutliches Minus von rund 63 000 Euro im Haushalt der Gemeinde. Die Zukunft sehe ohne einschneidende Sparmaßnahmen eher noch schlechter aus, so Krey.

Durch den demografischen Wandel sinken die Zahlen der Gemeindeglieder deutlich. Während die Gemeinde 2012 noch 4699 Mitglieder hatte, waren es 2013 nur noch 4606. Im Jahr 2014 sank die Zahl der Mitglieder auf 4460. Eine Prognose für das Jahr 2021 mit nur noch 3856 Mitgliedern machte deutlich, wie ernst die Lage ist.

Um den Haushalt zu sichern seien deutliche Sparmaßnahmen nötig, so Krey. Das in der Gemeinde bereits nach Kräften gespart werde, verdeutlichte Pfarrerin Merle Vokkert. Sie teilte der Gemeinde mit, dass die Pfarrstelle von Dietmar Kehlbreier nicht neu besetzt werde. Stattdessen werde Jürgen Ruck die Stelle zu 50 Prozent als Pfarrer im Entsendungsdienst übernehmen. Ruck wird sich künftig mit 20 Prozent Dienstumfang für die Region im Bezirk Drescheider Berg, Breitenhagen und östliche Innenstadt kümmern und mit 30 Prozent für die Seelsorge im Ellen Scheuner Haus tätig sein. Finanziert wird der Pfarrer im Entsendungsdienst mit Mitteln der Landeskirche.

Auch die Energiekosten für das Gemeindezentrum Mühlendorf konnten Dank Fotovoltaikanlage bereits deutlich reduziert werden, so Vokkert. Neben den Energiekosten und der Pfarrbesoldung seien sonstige Personalkosten, der Sonderhaushalt Kindergärten, Grundstücks- und Gebäudeversicherungen und die Instandhaltung und Abriss von Gebäuden die größten Ausgabenblöcke, erklärte Krey. Auch hier werde bereits an möglichen Einsparungen gearbeitet.

Etwas erfreulichere Nachrichten hatte Kirchbaumeisterin Karin Thomas zu berichten. Sie gab einen kurzen Überblick über die angelaufenen Brandsanierungsarbeiten in der Lutherkirche. Die Kirche sei bereits leer geräumt und die ersten Aufträge an die Handwerker könnten jetzt vergeben werden.

Auch Weihnachten war am Sonntag schon Thema im Gemeindezentrum. Geplant ist ein 30-minütiger Open-Air-Gottesdienst rund um die Lutherkirche. Hierzu lädt die Gemeinde alle Altenaer ein. Mit dem Gottesdienst, der um 16 Uhr beginnt, möchte die Gemeinde ein Zeichen setzen: „Wenn nicht drinnen, dann eben draußen. Wir weichen nicht“, sagte Vokkert trotzig.

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