Babyboom in Altena

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Viele kleine Altenaer: 147 Geburten wurden im vergangenen Jahr im Altenaer Standesamt beurkundet. Das liegt deutlich über allen Prognosen. Auf die Flüchtlingssituation ist der Boom nur teilweise zurückzuführen.

Altena - Abgezeichnet hat es sich schon lange, jetzt ist es offiziell: Uwe Krischer, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, gab am Freitag eine erhebliche Zunahme der Geburtenzahlen im Jahr 2015 bekannt.

Nach Angaben des statistischen Landesamtes IT.NRW wurden in Altena im vergangenen Jahr 147 Geburten registriert. Das waren 37 mehr als im Jahr zuvor – eine Zunahme von stolzen 33,6 Prozent. Landesweit stieg die Geburtenzahl nur um 3,5 Prozent, auf Kreisebene wurde ein Zuwachs von knapp 4,5 Prozent registriert.

Krischer ist unter anderem für die Kindergartenbedarfsplanung zuständig und hat sich die Zahlen schon deshalb etwas genauer angeschaut. Der Zuwachs sei zu etwa 50 Prozent auf Flüchtlinge zurückzuführen, die im vergangenen Jahr Eltern geworden seien, berichtete er. Warum auch bei der übrigen Bevölkerung die Gebärfreudigkeit zunimmt, ist noch offen. Ein Grund dafür könnten Zuzüge sein – es gibt Anzeichen dafür, dass es junge Familien wegen der niedrigen Wohnkosten verstärkt in die Burgstadt zieht.

Statistisch belegen lässt sich das allerdings noch nicht, weil IT.NRW noch keine Übersicht der Zu- und Fortzüge im Jahr 2015 veröffentlicht hat. Abzuwarten bleibt jetzt, ob es sich um ein einmaliges Geburtenhoch handelt oder um einen längerfristigen Trend. Letzteres ist zumindest nicht auszuschließen: In einer Bevölkerungsprognose ging IT.NRW 2012 davon aus, dass in Altena zukünftig pro Jahr rund 100 Kinder geboren werden. Damals stimmte das auch: 2010 kamen 104 Kinder zur Welt, 2011 sogar nur 102. Seitdem steigt die Geburtenzahl – abgesehen von einem kleinen Knick im Jahr 2014 – wieder an.

Auch zu den Sterbefällen im vergangenen Jahr hat IT.NRW jetzt Zahlen veröffentlicht. Dabei ist die Entwicklung in Altena ebenfalls positiv: 2014 starben 251 Altenaer, im Jahr darauf nur noch 245 – das ist ein Rückgang von 2,4 Prozent. Landesweit nahm die Zahl der Todesfälle um fast sechs Prozent zu, auf Kreisebene betrug der Anstieg 2,2 Prozent.

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