Training auf Rosmart vor der Oldtimer-Rallye

Thomas Bender im Morgan 4/4 der Knippings: Ist man einmal drin, sitzt man gut – aber wehe, das Dach muss geschlossen werden. Dann wird es richtig eng...

Altena - Mein Hobby kommt mir jetzt zugute: Erst die Beine, dann der Hintern – und beim Aussteigen umgekehrt. Das gilt nicht nur für mein Kajak, sondern auch für einen Morgan. Beide sind ungefähr gleich eng, bei beiden verschwinden Beine und Füße in einer dunklen Höhle.

Noch nicht einmal im Ansatz kann ich die Pedale des Morgan 4/4 von Klaus und Friederike Knipping sehen, als ich mich eingefädelt habe – alles muss mit Gefühl passieren, vor allem das Lösen der gewöhnungsbedürftigen Handbremse. Das übernimmt Friederike Knipping für mich, dann geht es los. Der Blick nach vorne ist imposant: Ellenlang ist die grüne Haube, ganz vorne sieht man froschaugenähnliche Scheinwerfer. ´

Das Auto sieht viel älter aus, als es ist. Der Morgan 4/4 wird seit 1936 gebaut – viel geändert hat sich seitdem nicht, wenn man mal vom Motor und vom Getriebe absieht. Der Morgan der Knippings ist Baujahr 1976 und hat einen modernen Ford-Motor. „Etwas optimiert“, grinst Knipping, der alles an dem Auto selber macht. Er hat die 90 Serien-PS auf 120 gesteigert.

Kinn und Scheibe auf gleicher Höhe

Los geht’s: Ich sitze knapp vor der Hinterachse, nur wenige Zentimeter über der Straße und die Frontscheibe befindet sich etwa in Höhe meines Kinns – ein Gefühl wie Gokartfahren. Bei der Einweisung saß Friederike Knipping am Steuer, drehte den Motor auf 6000 Touren. „Das ist schließlich ein Sportwagen“, erklärt sie und schwört, dass der Morgan manchen gleich alten Porsche stehen lässt.

Patrick Weber gestern beim Training auf Rosmart.

Ich lasse es ruhiger angehen, trotzdem sind Beschleunigung und Fahrgefühl beeindruckend. Schauplatz meiner Probefahrt: Der Gewerbepark Rosmart. Dort wurde gestern für die Rallye Burg Altena trainiert. Das Ehepaar Knipping fährt schon lange auf solchen Veranstaltungen mit und hat entsprechende Kontakte.

Deshalb coachte Patrick Weber Teilnehmer, die nicht ganz so oft an solchen Rallyes teilnehmen. Er gewann im vergangenen Jahr die Burg-Rallye, weil er bei den Prüfungen unschlagbar war. Bei denen geht es ums Tempo. Aber nicht um das höchste, sondern darum, möglichst exakt die Geschwindigkeit des Autos zu halten. „Gleichmäßigkeitsprüfung“ nennt sich das dann, fünf davon gibt es heute bei der Rallye.

Sollzeit um drei Hundertstel Sekunden verpasst

Auf Rosmart gilt es, 50 Meter in genau elf Sekunden zu durchfahren. Weber erklärt, wie’s geht, ich verstehe nur Bahnhof. Immerhin registriere ich, dass es auf den Beifahrer ankommt. Der gibt mit der Stoppuhr – oder besser mit dem Smartphone und einer entsprechenden App – den Takt an. Ich will auch mal, aber nicht mit dem Morgan. Zwar könnte ich mich durchaus mit so einem Auto anfreunden, für die Prüfung bevorzuge ich aber meinen gewohnten Franzosen. Auf dem Beifahrersitz nimmt Klaus Knipping Platz – er ist der Beifahrer im Team Knipping. An ihm wird’s gelegen haben, dass wir nach dem kurzem Sprint die Sollzeit um nur drei Hundertstel Sekunden verpassen...

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