Viel Ärger um ein Baugerüst an der Moschee

Das Gerüst am Haus des Islamischen Vereins an der Lüdenscheider Straße 28 sorgt für Aufregung beim Vorsitzenden Murat Sammas Gümüs: Zweimal mussten die Bauarbeiten bisher schon eingestellt werden.

ALTENA - „Im Rahmen der normalen Baustellenbesichtigung durch unsere Aufsichtsperson sind Mängel festgestellt worden. Diese Mängel müssen beseitigt werden.“

So kommentierte Joachim Förster, Pressesprecher der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), die Kontrolle eines Baugerüsts am Haus des Islamischen Vereins Altena und Umgebung an der Lüdenscheider Straße vom gestrigen Freitag.

Dass Arbeiten an einem Haus kompliziert werden können, das musste Murat Sammas Gümüs, Vorsitzender des Islamischen Vereins, bereits davor schon schmerzlich feststellen. Schon einmal sorgten Fehler am Baugerüst für Verzögerungen der Sanierungsarbeiten am Dach. Dabei betont er: „Wir von der Gemeinde haben das Gerüst so aufbauen lassen, wie es vor sieben Jahren bei der Kernsanierung der Moschee bereits gestanden hat. Damals gab es überhaupt keine Probleme.“ Beim ersten Baustopp sei angeblich der Fußgängertunnel auf dem Gehweg zu schmal gewesen.

Die Firma Wilfried Kuhn Gerüstbau aus Sundern habe dann diesen Durchgang auf 90 Zentimeter verbreitert. „Den Teil des Gerüsts, der auf dem Gehweg steht, haben wir genehmigt“, sagt Ordnungsamtsleiter Josef Paul.

Den Dach- und Reinigungsarbeiten an der Fassade habe dann nichts mehr im Wege gestanden. Doch Murat Sammas Gümüs und Kassenwart Aydin Harman erlebten eine neue Überraschung: Die BG BAU kündigte einen weiteren Besuch an. „Der Durchgang für Fußgänger müsse nun auf 1,20 Meter erweitert werden“, sei gefordert worden, sagt Harman. Dann würde der Fußgängertunnel allerdings bis auf die Fahrbahn reichen. Eine Baustellenampel müsse installiert werden, weitere Genehmigungen von Ordnungsamt und Polizei ein geholt werden. Von Schikane zu sprechen, weist die Berufsgenossenschaft in diesem Zusammenhang aber zurück. Die BG BAU entscheide aus „arbeitssicherheitstechnischen Gründen.“ Die beiden Männer des Islamischen Vereins sind wütend über die Situation. Sie vermuten, dass ein heimischer Gerüstbauer sie angezeigt hat. „So weit wir wissen, hat er heimlich Fotos von unserem Gerüst gemacht.“ Man habe mit ihm telefoniert und ihn aufgefordert, die Fotos zu löschen. Der Geschäftsmann habe aber auf die Zuständigkeit der Stadt verwiesen. Der betroffene Gerüstbauer selbst wollte keine Stellung nehmen. Gerüstbauer Kuhn zu den festgestellten Mängeln der BG BAU: „Wir haben keine originalen Tunnelrahmen für den Durchgang verbaut. Der Fußweg ist einfach zu schmal dafür.“ Er kündigte an, dass bereits „Anfang nächster Woche“ das Gerüst abgebaut werde. Dann sind die Bau- und Reinigungsarbeiten am Gebäude fertig.

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