Viele Fundsachen sind nur noch Schrott

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Josef Paul, Leiter des Ordnungsamtes und zuständig für das Fundbüro, berichtet von einem Rückgang der Fundsachen.

Altena - Anfragen und Gesuche gibt es bei der Stadt noch zahlreich, Abgaben sind dagegen Mangelware im Fundbüro an der Lüdenscheider Straße geworden.

„Es werden nur noch ganz selten bei uns Sachen abgegeben. Eigentlich ist die negative Entwicklung schade, denn wir würden ja gerne den Menschen helfen“, sagt Kerstin Sonntag, Mitarbeiterin der Stadt Altena im Bereich für öffentliche Ordnung.

Bereits seit dem Jahr 2005 betreibt die Stadt auch ein elektronisches Fundbüro, mit dem die Bürger online ihre verlorenen Gegenstände melden und suchen können. Aber auch hier seien die Zugriffszahlen deutlich zurückgegangen. Viele Menschen – so die Erfahrung – würden ihre Funde eher über soziale Netzwerke selbst in die Hand nehmen, um so die entsprechenden Personen ausfindig zu machen, statt die Habseligkeiten im Altenaer Rathaus abzugeben.

Früher gab es in der Stadt an der Lenne sogar mehrfach Versteigerungen der Fundsachen, für die sich nach einem Zeitraum von einem halben Jahr – so lange ist die Stadt verpflichtet, die Fundsachen zu lagern – keine Besitzer finden ließen.

Diese Veranstaltungen, die im regelmäßigen Abständen in der Burg Holtzbrinck durchgeführt wurden, fanden auch Zuspruch unter den Bürgern, um das ein oder andere Schnäppchen zu machen. Doch auch dies geschieht seit Jahren nicht mehr: „Die Fundsachen wurden gesammelt und dann so Klassiker, wie Fahrräder, angeboten. Heute lohnt sich der Aufwand nicht mehr“, sagt Josef Paul, Leiter des Fundbüros.

So seien es heute eher Kleinteile, Schlüsselbunde oder seltener auch Handys, die im Fundbüro abgegeben werden. „Die Mobiltelefone dürfen wir gar nicht versteigern, weil dies gegen den Datenschutz verstößt“, erklärt Paul.

Ein weiterer Aspekt sei zudem, dass viele Fundsachen für die Weiter- oder Wiedernutzung gar nicht mehr brauchbar seien: „Die meisten Dinge sind, gelinde gesagt, einfach nur Schrott. Die kann man auch nicht einmal verschenken – noch nicht mal für einen guten Zweck“, äußert sich Sonntag.

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