Burggymnasium: Bewerbertraining der etwas anderen Art

Monika Bylitza (links) und Sonni Maier präsentieren als Impro-Theater Witten gestern „Bitte Wenden!“. Foto: Bonnekoh

Altena - Business-Frau im eleganten kleinen Schwarzen trifft im Bewerbungsgespräch auf jungen, lebenshungrigen Teeni mit auffallend feuerroten und wirren Haaren. Kann das gutgehen? Wie werden sich die beiden Frauen unterhalten, arrangieren, näher kommen, vielleicht am Ende sogar mögen?

Fragen, die unterschwellig im Raum standen, als am Donnerstag, 26. März, Sonni Maier und Monika Bylitza vom Improvisations-Theater „Bitte Wenden!“ in Altena gastierten.

Vor mehr als 100 jungen Leuten der Jahrgangsstufe 9 des Burggymnasiums (BGA) suchten die beiden Protagonistinnen neue Wege zum Gelingen eines Vorstellungsgespräches. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit dem Beispiel guter Umgangsformen, ohne Kränkung und zu moralisieren, zeigten sie Wege auf und gaben Tipps für einen guten Auftritt – aber eben nicht nur bei Bewerbungsgesprächen.

Soll man für das lange gebuchte Konzert-Event wirklich ein Vorstellungsgespräch sausen lassen? Hat der mögliche Arbeitgeber dafür Verständnis? Verbaut man sich nicht unter Umständen durch diese Wichtung „Freizeit vor Beruf“ alle Ausbildungs-Chancen?

Fragen wie dieser ging das zweiköpfige Ensemble des Improvisations-Theaters Witten „Bitte Wenden!“ in der Zentralen Raumgruppe, ZRG, des Burggymnaiums nach. Sonni Maier und Monika Bylitza verleiteten die Schüler in den mehr als 90 Minuten des Theatergeschehens immer wieder dazu, aktiv das Geschehen auf der Bühne beeinflussen. So gaben die BGAler nicht nur der künftigen „Azubine“ Sonni Maier den Namen Susi Schwarz und legten ihr nahe, sich als Zahntechnikerin zu bewerben, sie gaben ihr auch so manchen Tipp in Sachen Kleidung, Sprachwahl bei der Vorstellung und der Kontaktaufnahme an sich.

Monika Bylitza oblag es dann mit einem Gong immer mal wieder Sonni Maier als „Susi“-Azubine einzufrieren, um direkt Fehler aufzuzeigen, die bei der Bewerbung, den entsprechenden Telefonaten oder dem Vorstellungstermin gemacht wurden.

Deshalb stand noch im Laufe des Stückes der Aha-Effekt für die jungen Leute im Mittelpunkt einer frechen, witzigen und manchmal auch ein bisschen verrückten Darstellungsform.

Monika Bylitza, die als Kommunikations- und Kniggetrainerin arbeitet und die Theaterpädagogin Sonni Maier schafften es aber spielerisch, ihre Zuhörer ehrlich und ein bisschen augenzwinkernd auf den richtigen „Bewerberweg“ zu bringen.

Völlig klar war am Ende den Burggymnasiasten, die ihren ganz persönlichen Bewerbungsmarathon noch vor sich haben: Ein Schlabber-T-Shirt mit einem verrückten Schriftzug geht beim Vorstelltermin ebenso wenig wie ganz viel Haut zu zeigen.

Dem Geschehen auf der Bühne folgte eine intensive Aussprache, bei der viele Fragen gestellt und auch manche ganz persönliche Anregung gegeben wurde.

Sonni Maiers Appell aber blieb über allem: Bescheidenheit zeichnet aus, aber an sich selbst zu glauben, sei eben auch nicht verkehrt. Wenn die Mischung stimme, klappe es schließlich auch mit dem Azubi-Platz. Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper dankte den Theaterspielern, aber auch Angelika Wagener von der Stadt Altena. Die hatte den Auftritt erst möglich gemacht.

von Johannes Bonnekoh

Stichwort Buch:

„Schätzchen, gibt Gas!“ heißt das Buch von Monika Bylitza. Es ist im Neukirchener Aussaat-Verlag erschienen, kostet 9,99 Euro und behandelt das Thema „Selbstcoaching für berufliche und private Ziele“. Die Autorin, Jahrgang 1961, sammelte im Coaching, Wertpapiermanagement und Vertrieb 20 Jahre Erfahrungen in einer Deutschen Großbank. Jetzt gibt es ihren „Wegweiser“, der verschiedene Praxis-Übungen beinhaltet., im Buchhandel. Motto: Nimm deine Lebensplanung in die Hand und gib Gas!

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