Samira Lorsbach und Dany Becker sprechen Arabisch

Hauptamtliche Kümmerer treiben Integration voran

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Anette Wesemann (links) kümmert sich schon länger um die in Altena lebenden Flüchtlinge. Jetzt hat sie Verstärkung bekommen: Samira Lorsbach (rechts) und Dany Becker sind seit Jahresbeginn Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung.

Altena -   Die ehrenamtlichen Kümmerer bekommen hauptamtliche Verstärkung: Mit Samira Lorsbach und Dany Becker hat die Stadt zwei Teilzeitkräfte eingestellt, die sich um die Betreuung der rund 400 in Altena lebenden Flüchtlinge kümmern und vor allem deren berufliche Integration vorantreiben sollen.

Beide kommen aus dem kaufmännischen Bereich und verfügen über eine selten anzutreffende Qualifikation: Samira Lorsbach spricht fließend arabisch, Dany Becker verfügt über Grundkenntnisse in dieser Sprache.

Beworben hatten sich beide eigentlich auf ganz andere Stellen: Die Stadt suchte Ende 2015 zwei Krankheitsvertretungen für die Leistungsbearbeitung in der Abteilung für Jugend und Soziales. Als etwa zeitgleich von CDU und Grünen zwei Stellen für die praktische Flüchtlingsbetreuung beantragt wurden, entschied sich die Verwaltung, die Verwaltungsstellen anders zu besetzen und Lorsbach und Becker für Betreuungsaufgaben einzusetzen.

Im Moment wälzen sie jede Menge Papier – es gilt, sich einen Überblick über die in Altena lebenden Flüchtlinge zu verschaffen und deren Akten zu ergänzen. Das mache aber nur einen Bruchteil ihrer Arbeit aus, versichern Becker und Lorsbach: In erster Linie gehe es darum, mit den Flüchtlingen, den Kümmerern und den Sprachlehrern ins Gespräch zu kommen, um möglichst viel über die einzelnen Flüchtlinge zu erfahren. Das sei zwingende Voraussetzung für eine gezielte Förderung. Dabei geht es zwar in erster Linie um die berufliche Integration. „Wir wollen aber auch den Freizeitbereich in Angriff nehmen“, sagt Anette Wesemann, die eng mit Samira Lorsbach und Dany Becker zusammenarbeitet.

Damit sind drei Frauen die „Hauptkümmerer“ in der Verwaltung – Akzeptanzprobleme beim männlichen Flüchtlingen habe sie noch nicht erfahren, schildert Weseman. Die Flüchtlinge wüssten, dass das Frauenteam dazu da sei, ihnen weiterzuhelfen und seien deshalb zumindest in der großen Mehrheit kooperativ und zudem ausgesprochen hilfsbereit.

„Wir merken, dass die etwas zurückgeben wollen“ – das ist Lorsbachs erster Eindruck. Auch ihr Chef Uwe Krischer hat die Erfahrung gemacht, dass ein großer Teil der Flüchtlinge durchaus arbeitswillig ist. „Die sind ja gewissermaßen gezwungen, nichts zu tun“, schildert er die Rechtslage und ist zuversichtlich, dass das Angebot ehrenamtlicher Arbeit beim Bauhof und die geplanten Betriebserkundungen auf Interesse stoßen werden.

Im politischen Raum sorgt die Einstellung der beiden Frauen für irrtierte Nachfragen: Die Ratsmitglieder Bernhard Diel und Ulrich Biroth fragen, wer diese Ausweitung des Stellenplans eigentlich beschlossen hat.

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