Förderprogramme dienen der Kundenbindung

Die Stadtwerke helfen ihren Kunden mit einem Gebäudecheck beim Energiesparen.

Altena - Kraftwerke schließen, Mitarbeiter entlassen – die Energiewende hat Mark-E einen Umstrukturierungsprozess beschert, der zweifellos Millionen kosten wird. Trotzdem gibt das Unternehmen auch in diesem Jahr 400.000 Euro aus, um Energiesparer zu belohnen.

Mark-E subventioniert damit beispielsweise den Kauf von Pedelecs und energiesparenden Kühlschränken und auch den Bau solarthermischer Anlagen. Das sei kein Widerspruch, meint Unternehmensprecher Uwe Reuter.

„Bei den Kunden können wir nicht sparen, da müssen wir investieren“ – so lautet die klare Botschaft des Unternehmens. Die Zuschüsse dienten der Kundenbindung und damit auch der Zukunftssicherung, erklärt Reuter. Sie sind deshalb an Bedingungen gebunden: Geld gibt’s nur für diejenigen, die die so genannten Klimafair-Tarife nutzen und sich verpflichten, das auch in den kommenden zwölf Monaten zu tun.

Nachrechnen kann sich da lohnen: Eine Altenaer Familie, die 5000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht, zahlt dafür im Klimafairtarif 1463,20 Euro. Im günstigeren Online-Tarif des Unternehmens werden nur 1380,20 Euro fällig. Und satte 300 Euro kann sparen, wer zu einem anderen Ökostromanbieter wechselt. Das relativiert die Zuschüsse, die zum Beispiel für den Kauf eines Kühlschranks der höchsten Energieeffizienzklasse A+++ 100 Euro betragen.

Für manches gibt es allerdings mehr: Den Kauf eines Pedelecs bezuschusst Mark-E mit zehn Prozent des Kaufpreises, aber höchstens 200 Euro. Allein diese Förderung wurde im vergangenen Jahr 110-mal in Anspruch genommen. 15 Kunden ließen sich den Kauf ihres Elektroautos bezuschussen (bis zu 1000 Euro). Und wer sich eine Solarthermieanlage zur Erwärmung von Brauchwasser aufs Dach setzt, erhält bis zu 500 Euro. Für stromproduzierende Photovoltaikanlagen gibt das Unternehmen übrigens nichts. Dafür gebe es schließlich schon eine staatliche Förderung, wie Reuter erklärt.

Auffällig ist, dass es lokale Unterschiede bei der Energiesparförderung der Mark-E gibt. Das liegt daran, dass sie in Hagen und in Lüdenscheid/Schalksmühle auch Grundversorger für Gas ist und deshalb dort auch Angebote für die Gaskunden macht. So erhält dort derjenige 1000 Euro, der seine Öl- durch eine Gasheizung ersetzt. Außerdem folgt das Unternehmen dem ein oder anderen Extrawunsch lokaler Politiker und Verwaltungen. Nur in Hagen werden deshalb Fassadendämmungen gefördert, nur in Lüdenscheid bekommen sozial Schwache höhere Zuschüsse für den Kauf energiesparender Geräte als andere Bürger.

Wer in Altena mit Gas heizt oder das in Zukunft machen möchte, geht bei Merk-E leer aus. Sein Ansprechpartner sind die Stadtwerke, die ein eigenes Förderprogramm aufgelegt haben. Neben einer monatlichen Energieberatung im Bürgerbüro bieten sie ihren Kunden einen Gebäudecheck an, in dessen Zuge auch eine Thermografieuntersuchung des Gebäudes stattfindet. Wer von anderen Brennstoffen auf Gas umstellt oder eine vorhandene Gasheizung durch eine mit moderner Brennwerttechnik ersetzt, kann einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro beantragen, muss sich dafür aber für zwei Jahre an die Stadtwerke binden. Trotzdem sei die Sache für das Unternehmen ein Zuschussgeschäft, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Bunse.

Übrigens: Bei allen Versorgern besteht bei einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht – auch dann, wenn kurz vorher ein Zuschuss für Energiesparmaßnahmen in Anspruch genommen wurde.

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