Staatsschutz setzt Ermittlungskommission ein

Feuer im Flüchtlings-Wohnhaus war Brandstiftung

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[Update 17.25 Uhr] Altena - Jetzt steht fest: Es war Brandstiftung. Nach dem Brand in einen Flüchtlings-Wohnhaus in Altena hat der Staatschutz der Hagener Polizei eine Ermittlungskommission eingesetzt. Das hatten Staatsanwaltschaft Hagen und die Polizei Hagen am Montagvormittag in einer Presseerklärung mitgeteilt.

„Wir lassen uns davon nicht unterkriegen“, sagt der Altenaer Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Und doch: Das Entsetzen über die neuesten Erkenntnisse zum Feuer in einem Wohnhaus an der Brandstraße am vergangenen Samstag ist groß. Nach den ersten Ermittlungen der Ermittlungskommission, die der Staatsschutz der Hagener Polizei eingerichtet hat, haben sich ein oder mehrere bislang unbekannte Täter unbefugt Zutritt in das Gebäude verschafft und auf dem Dachboden an zwei Stellen mit Brandbeschleunigern Feuer gelegt.

Dies löste einen Schwelbrand an zwei Dachbalken aus. Die sieben Syrer, die erst am Vortag in das Haus eingezogen waren, konnten sich noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit bringen. Die Baugesellschaft hatte das Haus zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt.

Nur wenige wenige Menschen wussten von der Unterkunft

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln mit Hochdruck. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass nur wenige Menschen von der Unterbringung der Flüchtlinge an der Brandstraße wussten. „Man darf dem rechten Gedankengut auf gar keinen Fall nachgeben“, so Dr. Hollstein, der sich gerade im Urlaub befindet.

Er möchte der Feuerwehr als auch den Nachbarn einen Dank für die vielen Zeichen der Humanität aussprechen. Sie waren es, die sich während des Einsatzes der Feuerwehr um die drei Männer, drei Frauen und ein 15-jähriges Mädchen fürsorglich gekümmert hatten. Und nicht nur das: Der Besuch der Ehepaare Plarre und Förste bei den Flüchtlingen war es, der Schlimmeres verhinderte.

Brand in Flüchtlings-Wohnhaus in Altena

Nachdem sie im Hausflur Brandgeruch bemerkt hatten, suchten die Männer das Haus ab, entdeckten ein eingeschlagenes Fenster im Keller und später dann den Brandherd auf dem Dachboden. Wann das Haus wieder bewohnbar ist, steht noch nicht fest. „Sobald der Staatsschutz das Haus wieder freigibt, geht es um die Schadensaufnahme“, so Joachim Effertz, Vorstand der Altena Baugesellschaft, der es wichtig findet, dass das Haus schnell wieder für Flüchtlinge zur Verfügung stehen kann.

Effertz nannte ein Zeitfenster von „etwa vier Wochen“. Den rechten Stimmungen wolle man keinen Auftrieb geben. Dass es sie gibt, sorgt auch die Nachbarn, die am Brandtag vor Ort waren: „,Lass die Scheiße doch abbrennen’ haben einige gerufen. Zum Glück war das nur eine Minderheit“, erzählt Rüdiger Förste.

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