Fliegenfischer aus Aachen angelt in Altena

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Raimund Nolte aus Aachen fischt sonst in der Eifel, kam aber auf Geheiß eines Freundes nach Altena und stieg hier in die Lenne.

Altena - "„Fliegenfischen ist die eleganteste Methode, um Bachforellen zu fangen.“ Zum zweiten Mal fischte Raimund Nolte aus Aachen auf Geheiß eines Freundes im Schatten der Burg Altena und war so begeistert vom Lennewasser, dass er bereits plant, wiederzukommen.

Salmoniden sind es, die Nolte aus dem Wasser holt, vor allem Bach- und Regenbogenforellen. Davon gebe es viele in der Lenne: „Das ist unglaublich. Richtig schön.“ Der Bestand der Äschen sei unter anderem seit der Rückkehr des Kormorans in deutsche Gewässer zurückgegangen und Lachse gebe es in dieser Gegend schon lange nicht mehr. „Aber es wird ja momentan versucht, den Lachs wieder anzusiedeln. Vielleicht ist er dann irgendwann wieder da.“ 

Köder imitieren Beutetiere

Beim Fliegenfischen ist kein Gewicht oder Blinker am Ende der Schnur befestigt – der Angler wirft mit dem Gewicht der Schnur selbst. Als Köder benutzt Nolte sogenannte „Fliegen“ oder „Nymphen“, die er selbst hergestellt hat. Diese Köder imitieren die Beutetiere der Fische, Fliegen und deren Larven, und locken sie so an den Haken. „Die Fische haben aber immer eine faire Chance. Wenn ich eine Bachforelle im Wasser sehe, haben mich im Gegenzug bereits hundert Fische gesehen“, sagt Nolte. Die meisten Fische würden vorbei schwimmen und seien recht clever, hätten sogar ein Lernvermögen: „Die großen und älteren Forellen sind schwerer zu fangen, da sie schon eine gewisse Erfahrung besitzen.“ Besonders wenn der Befischungsdruck hoch ist, werden die Fische sehr misstrauisch.

Fische landen wieder im Wasser

Nolte, der sonst gern in der Eifel fischt, nimmt die Fische, die an seinen Haken anbeißen, jedoch nicht mit. „Ich mache immer ein Foto und lasse sie dann weiterschwimmen. Nur wenn ich mal eine besonders schöne Regenbogenforelle an der Angel habe, nehme ich sie im Ausnahmefall auch mal mit“, sagt Nolte, der glatte Haken ohne Widerhaken benutzt. Jetzt hat für die Bachforellen die Schonzeit begonnen. „Das heißt, dass es das letzte Mal Fischen für dieses Jahr war. Die Schonzeit geht bis Ende März, danach geht es wieder los.“ Nolte, der, wenn er nicht bis zu den Knien im kalten Wasser steht und angelt, als Bassbariton auf Theater- und Opernbühnen in Bayreuth, Weimar, Paris, Tel Aviv, Dresden, Madrid oder Budapest singt, fischt erst seit drei Jahren. „Ich habe in meiner Kindheit mal geangelt. Ich bin davon völlig fasziniert, denn normalerweise bin ich dabei in der kompletten Natur.“ Das saubere und bewegte Flusswasser hat für ihn einen ganz anderen Reiz als ein See: „Da ist man immer sehr aktiv.“ 

Jeweilige Taktik muss angepasst werden

Auch sei die Auseinandersetzung mit den Fischen sehr spannend. Seine jeweilige Taktik müsse er unter anderem auch an die Jahreszeit anpassen, da die Fische zum Beispiel zu verschiedenen Jahreszeiten verschiedene Fliegen fressen. „Man muss auch immer schauen, wo die meisten Fische sind. Es ist jedes Mal die gleiche Frage: ‘Wer ist heute cleverer. Der Fisch oder ich?’“

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