Morgen ist Udo Winters letzter Arbeitstag auf der Feuer- und Rettungswache

Mister Feuerwehr – Udo Winter - geht

Udo Winter, Chef der hauptamtlichen Feuerwehr Altenas, geht in den Ruhestand. Foto: Bender

Altena -  Mit 60 ist Schluss – zumindest bei der Feuerwehr. Für Udo Winter bedeutet das, dass er am Donnerstag, 30. April, seinen letzten Arbeitstag als Leiter der Feuer- und Rettungswache hat. Dann nimmt er seinen Resturlaub, am 31. Mai scheidet er endgültig aus dem aktiven Dienst aus.

1973 begann Winters Karriere bei der Feuerwehr als ehrenamtliches Mitglied der Löschgruppe Evingsen. Wenig später lud man ihn ein, sich mal den Arbeitsalltag auf der Wache anzusehen, die damals noch am Bungern war . „Ich habe fürchterlich viele Autos gewaschen“, erinnert er sich an diese Zeit. Trotzdem entschied er sich, aus dem Hobby einen Beruf zu machen. Elf Mann waren damals auf der Wache tätig, kümmerten sich um Feuerschutz und Krankentransport gleichermaßen. Heute gibt es 18 Feuerwehrmänner und -frauen, um Rettungsdienst und Krankentransport kümmern sich weitere 30 Rettungsassistenten, auch darunter etliche Frauen. Dass sich die einstige „Männerdomäne“ Feuerwehr vor Jahren schon für Frauen öffnete, hat Winter stets begrüßt – das komme dem Klima auch den Wachen sehr zugute, sagt er.

Zurück ins vorige Jahrhundert: Winter machte schnell Karriere – „weil sonst keiner wollte“ wurde er 1982 Leiter der Wache, nachdem sein Vorgänger aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war.

In über 40 Jahren als hauptamtlicher Feuerwehrmann hat Winter viel erlebt – schöne Dinge genauso wie auch schlimme. Heute noch erinnert er sich daran, wie es der Wehr in letzter Sekunde gelang, an der Kleffstraße mit Hilfe der Drehleiter vier Menschen „in letzter Sekunde“ aus einem lichterloh brennenden Dachgeschoss zu retten. „Dass jemand unmittelbar bei einem Brand gestorben ist, das ist mir zum Glück in all den Jahren erspart geblieben“, sagt er. Das wäre schlimm für ihn gewesen – und noch schlimmer, wenn einer seiner Männer und Frauen ernsthaft zu Schaden gekommen wäre.

Manchmal hat er sich geärgert. Zum Beispiel vor 26 Jahren, als Brandstifter in der Stadt unterwegs waren – es waren Feuerwehrmänner. Immer noch nicht verwunden hat er die Berichterstattung einer Boulevardzeitung, die Altenas Wehr nach einem Einsatz in Evingsen als „Dummenwehr“ verspottete – es hatte Probleme mit der Löschwasserversorgung gegeben. Aktuell macht er aus seiner Enttäuschung darüber, dass über seine Nachfolge noch nicht entschieden ist, keinen Hehl. Jetzt müssten wohl die Wachabteilungsleiter die Arbeit unter sich aufteilen, so gut das möglich sei, meint er. Das stoße aber schon deshalb an Grenzen, weil die in den Schichtdienst eingebunden seien.

Bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass der Feuerwehrmann Udo Winter sozusagen auf zwei Hochzeiten tanzt. Einerseits ist er Chef der Hauptamtlichen, andererseits hat er als ehrenamtlicher Feuerwehrmann und stellvertretender Leiter der gesamten Wehr mit Alexander Grass einen ehrenamtlichen Chef.

Das sei kein Problem für ihn, versichert er – man merkt ihm seinen Stolz darüber an, dass die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte über die Jahre immer mehr verzahnt wurde. Das ist durchaus auch sein Verdienst, weil er zusammen mit Ulrich Moldenhauer und Wolfgang Löcker den aktuelle Brandschutzbedarfsplan erarbeitet hat. Darin ist das Zusammenwirken bis ins Detail geregelt und optimiert. „Einzigartig“ sei das Altenaer System mit Schnellen Einsatzgruppen für das gesamte Stadtgebiet (tagsüber) und den Breitenhagen (nachts und abends), weiß Winter, der beste Kontakte zu anderen Wehren pflegt – schon deshalb, weil er deren Mitgliedern immer wieder auf Lehrgängen begegnet.

Zwei DIN A 4-Seiten umfasst die Liste der Fortbildungen, die er besucht hat. Beim Seminar für Luftbeobachter war er ebenso wie bei den Lehrgängen „Menschführung 2“ und „Hilfeleistungseinsätze im Bereich der Bahn“, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Und ganz zum Schluss hat er dann noch den Motorsägenschein gemacht – zuhause in Brenscheid wird viel mit Holz geheizt, ab morgen hat Winter viel Zeit, sich um Nachschub für den Kamin zu kümmern... von Thomas Bender

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