"Stolz sind sie nicht auf ihre Tat. Ich denke, beiden Tätern tut es leid“

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Der Dachboden nach der Tat

Altena - "Stolz sind sie nicht auf ihre Tat. Ich denke, beiden Tätern tut es leid“, so Nikolaus-Felix Jonk, Leiter des Staatsschutzes. Beide Altenaer sind geständig, am 3. Oktober das Feuer in einem Wohnhaus an der Brandstraße gelegt zu haben. Die Reaktionen auf die Festnahme reichen von Erleichterung bis Bestürzung.

Einer hielt es nicht mehr aus, ging freiwillig zur Polizei. Ob es der 25-Jährige war, der bei der Feuerwehr Lüdenscheid eine Ausbildung gemacht hat, oder sein 23-jähriger Komplize, wollte Nikolaus-Felix Jonk, Leiter des Staatsschutzes, während der Pressekonferenz nicht verraten. Fakt ist: Ein Täter stellte sich selbst, wollte reinen Tisch machen, der andere wurde später festgenommen. Beide Altenaer sind geständig, am 3. Oktober das Feuer in einem Wohnhaus an der Brandstraße gelegt zu haben.

Zweifel gibt es nicht. Wohl aber die Frage nach dem Warum. „Es war nicht von langer Hand geplant“, so die Ermittler. Alkohol sei auch nicht im Spiel gewesen. Dass es ein relativ spontaner Entschluss gewesen sein könnte, das Haus in Brand zu setzen, in dem erst einen Tag zuvor sieben Syrer eingezogen waren, sei wahrscheinlich.

Ängste als Hauptmotiv

„Stolz sind sie nicht auf ihre Tat. Ich denke, beiden Tätern tut es leid“, so Jonk. Ängste sollen die Hauptrolle gespielt haben. Ängste, dass Übergriffe von Asylbewerbern auf das Wohnumfeld passieren könnten. Dem „rechten Umfeld“ will die Polizei die Täter nicht zuordnen.

Feuerwehrmann mit Autoritätsproblem

Und auch Martin Walter, Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid, hatte im Vorfeld keinen Grund zu glauben, dass sein – ehemaliger – Auszubildender fremdenfeindlich war oder ist. „Aber man schaut den Leuten nur vor den Kopf“, sagt er erschüttert. Der 25-Jährige wurde direkt suspendiert, seine Entlassung ist vorbereitet. Vorbildlich benommen hatte er sich während seiner Feuerwehrzeit nicht. Er hatte bereits eine Rüge kassiert, nachdem er sich bei der Feuerwehr Lüdenscheid krank gemeldet hatte, sich aber zum Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr Altena meldete. „Und er hat ein Problem mit Autoritäten“, sagt Walter, der nach einem Wechselbad der Gefühle jetzt „einigermaßen gefasst ist.“

Großer Dank an die Polizei

Dass ein Feuerwehrmann, der eigentlich Leben retten soll, so ein Verbrechen begeht, hat nicht nur die Feuerwehr in Lüdenscheid und Altena, sondern auch viele Bürger und Verantwortliche der Stadt in helle Aufregung versetzt. „Ich bin froh und dankbar, dass die Tat so schnell aufgeklärt werden konnte und nicht wochenlang durch die Welt geisterte“, sagt Stadtkämmerer Stefan Kemper, der einen großen Dank an die Polizei und die aufmerksamen Nachbarn ausspricht. Die Tat selbst sei durch gar nichts zu entschuldigen. „Das Verbrechen gehört mit aller Härte des Gesetzes bestraft“, so Kemper.

Keine Fluchtgefahr

In Haft sind beide Täter nicht. Da keine Fluchtgefahr besteht, wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt, erklärte Staatsanwalt Bernd Maas, der die Bevölkerung dazu aufruft, eine vernünftige Einstellung zu der aktuellen Situation um die Flüchtlinge in die Gesellschaft zu transportieren. „Ich befürchte, dass sonst noch viel mehr passiert.“

Altenaer Feuerwehr sehr bestürzt

Die Mitglieder der Feuerwehr Altena sind sehr bestürzt über die Tatsache, dass einer der Brandstifter als Mitglied der Feuerwehr Altena an dieser Tat beteiligt ist. In einer Stellungnahme erklärt Alexander Grass, Leiter der Feuerwehr Altena: „Die Feuerwehr Altena distanziert sich entschieden von dieser Tat. Unsere freiwillige Mitarbeit und Unterstützung bei der Vorbereitung der Wohnungen für Flüchtlinge verdeutlicht, dass es sich bei der Tat offensichtlich um einen Einzelfall handelt und dem Leitbild der Feuerwehr Altena entgegensteht. Der Täter wurde mit sofortiger Wirkung vom freiwilligen Dienst aus der Feuerwehr Altena suspendiert.“

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