Den Herrgott im Nacken

Großpfarrei-Mitglieder treffen sich rund um St. Matthäus

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Rund um St. Matthäus, die Mutterkirche der gleichnamigen Großgemeinde zu der noch St. Theresia, Evingsen und St. Josef, Nachrodt, zählen, war Schauplatz des „Fest des Glaubens“.

Altena - „Die Gelassenheit ist eine urkatholische Erfindung!“ – Das jedenfalls meint Urs von Wulfen. Der vielfach ausgezeichnete Kabarettist und Öffentlichkeitsarbeiter in Sachen Kirche des Bistums Osnabrück setzte Sonntag in einem kurzweiligen Auftritt unter dem Titel „Auch Jesus kommt vom Dorf“ den Schlusspunkt zum „Fest des Glaubens“ an St. Matthäus.

Spitz- und scharfzüngig verteilte von Wulfen dabei den ein oder anderen Seitenhieb auf „seine Kirche“, ohne aber über „den Chef“ – seine Bezeichnung für Gott, Kübel von Kritik auszukippen. Im Gegenteil: Der wortgewaltige Mann, der Sonntag aus Münster zu den Katholiken von St. Matthäus, St. Theresia Evingsen und St. Josef Nachrodt sprach, befand gleich zu Beginn seines Vortrages „Gott ist großartig!“. Und so gab er seinem Zuhörerkreis 20 Sekunden Zeit, „nach vorne zu rücken, die Plätze zu tauschen um Kabarett zu hören, das nicht tief heilig, aber vielleicht verstörend, aber immer auf dem Boden des Glaubens, stehe.“ 

Urs von Wulfen zu Gast

Szenenapplaus belohnte den Mann für seine Ausflüge in die Grübecksche Heimat (in Sauerländer Mundart vorgetragen), wo Kuhnamen schon mal Pate stehen für die Namensgebung des ersten Mädchens, das nun Bea heißt... Urs von Wulfen war der „kurzweilige Abschluss“ und „die Würze des Tages“, wie ihn Pfarrer Ulrich Schmalenbach angekündigt hatte. 

Mit einem Gottesdienst, den der Kirchenchor St. Matthäus sowie der evangelische Bläserchor Rahmede musikalisch umrahmten, waren die Katholiken am Morgen in den Tag gestartet. Insbesondere die Kommunionkinder des Jahres 2017 und ihre Eltern nahm dabei Pfarrer Ulrich Schmalenbach im Gottesdienst und seiner Predigt in den Blick. 

St. Matthäus feiert Fest des Glaubens

Bibel-Rallye und Qi Gong

„Wir beginnen das Fest des Glaubens dort, wo unsere Mitte ist: In der Kirche“, gab er seinen Tagesgästen mit auf den Weg. Der Pfarrer war – wie auch Petra Heer vom Gemeinderat – mit dem Ablauf des gesamten Glaubensfestes „sehr zufrieden.“ Das bezog sich neben dem durchweg guten Besuch zum Beispiel von Einzel-Angeboten wie Bibel-Rallye, Qi Gong, einer Stimmbildung oder dem Vortrag des Sonnengesangs des Franz von Assisi auch über einen Kräuterspaziergang durch Gärten und Waldsäume. 

Gut besucht war der Eröffnungsgottesdienst. Er stand unter dem Zeichen des Regenbogens in Anlehnung an die Kommunionkinder.

Den Anfang machte dabei Kräuterkundler Friedrich Petrasch im Garten von Küster Peter Frassek. Der baut nämlich mit Gattin frische Küchenkräuter an. Wesen und Inhalt der päpstlichen Enzyklika „Laudato Si“, was übersetzt etwa so viel bedeutet wie „Gelobt seist du“, erläuterte Berthold Rose vom Dezernat der Weltkirche, Essen, vor gut besetztem Zuhörerkreis. 

Kinderprogramm für die kleinen Gäste

Die zweite Enzyklika von Papst Franziskus wurde am 18. Juni 2015 in acht Sprachen veröffentlicht und hat zum Schwerpunkt Umwelt- und Klimaschutz. Rose machte deutlich, dass Franziskus hiermit durchaus ein warnendes Zeichen im Hinblick auf bestehende soziale Ungerechtigkeiten und auf die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen gesetzt habe. Gut ankam Sonntag auch das Kinderprogramm für die kleinen Gäste des Tages. 

Dank sagten Pfarrer Ulrich Schmalenbach und Petra Heer sowie der gesamte Helferkreis allen Spendern von Speis und Trank. „Die Fingerfood-Angebote waren im Nu vergriffen, was für ihre Qualität spricht.“ Am Sonntag waren alle Angebote kostenlos. Bevor sich dann Urs von Wulfen am Spätnachmittag auf seinen Heimweg machte, hatte er noch einige Zugaben geben müssen. Das mache er gern, stellte er fest. In Anbetracht eines Kruzifixes hinter ihm kommentierte er das mit: „Ich habe schließlich den Herrgott im Nacken!“

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