Vier Generationen Hofleben

Altena - Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn und Bekannte der Nettenscheider Familie Siebecke haben sich in den vergangenen Tagen über eine höchst liebevolle Einladung gefreut: Der Hof feiert sein 125-jähriges Bestehen, am 19. September gibt's die große Jubiläums-Party auf dem Hof.

Von Ina Hornemann

Die Geschichte des Hofs ist lückenlos dokumentiert. Vom Erwerb durch Emma und Wilhelm Siebecke bis hin zu Hofhund Urmel, der das Anwesen bis heute gewissenhaft bewacht.

Eine bunte Zeichnung als Einladung zeigt, was Hof Siebecke bis heute ausmacht: Trecker, Strohballen, Pferde, die sich über Streicheleinheiten freuen, neugierige Kühe und Hofhund Urmel, der den Grill mit den brutzelnden Würstchen bewacht. Daran steht Dirk Siebecke, umringt von Familie und Gästen – so lustig, bunt und entspannt stellt sich die Familie die Feier zum 125-jährigen Bestehen vor.

Das genaue Jubiläumsdatum liegt am 19. September gerademal wenige Tage zurück: Am 29. August 1890 erwarb das Ehepaar Emma und Wilhelm Siebecke das Grundstück Nettenscheid 11. Drei Jahre später freute sich das Paar über die Geburt von Sohn Otto, der 1921 Hedwig Hülle heiratete und seinem Heimathof treu blieb. Dort kam wenige Monate nach der Hochzeit Wilhelm Karl zur Welt, der allen als „Willi“ bekannt war.

Der erste Lebenskreis der Familie schloss sich 1925, als Wilhelm Siebecke starb. Zwei Todesfälle innerhalb kürzester Zeit erschütterten den Familienverbund im Jahr 1940: Am 13. Juni verstarb Emma Siebecke und am 16. Juli starb Willi Siebecke einen Unfalltod.

Ab 1951 kommt Verwandschaft der zweiten Generation zum Nettenscheid: Werner Herzhoff aus Plettenberg zieht auf den Elternhof seiner Mutter Auguste, der ältesten Tochter Wilhelm Siebeckes. Zwei Jahre später läuten die Hochzeitsglocken erneut auf dem Hof: Werner Siebecke (geb. Herzhoff) heiratet Ruth Heldt, die 1955 den heutigen Hofinhaber Dirk Siebecke zur Welt bringt. Der heiratet 1983 mit Dorothee Bertram eine Frau, die das Leben einer Landwirtefamilie mitträgt.

Dirk Siebecke hatte den Hof 1980 als Nebenerwerbshof übernommen. Bis dahin hatte die Landwirtschaft allein die Familie (mit zeitweilig elf Kindern in einer Generation) ernährt. Kartoffeln, Milch und Mehl waren Erwerbsquellen. Den Kühen ist Dirk Siebecke als Nebenerwerbslandwirt treu geblieben. 2004 wurde der Ammenkuhbetrieb auf dem Hof installiert, 2008 kam das Biosiegel dazu. Bis zu 40 Muttertiere samt Kälbchen leben auf dem Grundstück Nettenscheid 11, dankbarer Abnehmer für Absatzkälbchen ist unter anderem Nachbar Jochen von der Crone.

Dirk Siebecke ist seit seinem Eintritt in die Altersteilzeit wieder Landwirt im Vollerwerb. Für Nachwuchs haben er und Ehefrau Dorothee mit den Söhnen Frederik, Wilm und Hendrik gesorgt. Wer die Hofnachfolge antritt, das ist noch nicht klar. Die Familie aber wächst weiter: Dirk und Dorothee Siebecke werden Großeltern.

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