LKW in Not: Es sind nicht immer die Fahrer

Die Beschilderung am Anfang des Brachtenbeck Wegs ist eigentlich vorbildlich – wenn da nicht die völlig falsche Kilometerangabe wäre. ▪
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Die Beschilderung am Anfang des Brachtenbeck Wegs ist eigentlich vorbildlich – wenn da nicht die völlig falsche Kilometerangabe wäre.

ALTENA ▪ Gleich zweimal mussten in dieser Woche LKW aus prekären Situationen geborgen werden. Einer steckte auf der engen Böcke in Evingsen fest, der andere an der Südstraße. Solche Fälle kommen in der Burgstadt öfter vor als in anderen Städten - und daran sind nicht immer die Topografie oder die Lastwagenfahrer schuld. Es liegt oft auch an den Schildern.

Ein krasses Beispiel dafür ist das Mühlendorf: Verirrt sich ein Sattelschlepper oder ein LKW mit Anhänger in eines der kleinen Sträßchen zwischen Friedhofstraße und Iserlohner Berg, dann gibt es nur noch einen Ausweg: Den im Rückwärtsgang. Versuche, irgendwo zu wenden, scheiterten in der Vergangenheit stets mehr oder weniger spektakulär. Selbst Bergeaktionen per Autokran waren schon fällig - zum Beispiel im Jahr 2008, als der Fahrer eines Sattelschleppers sich verirrte und versuchte, von der Iserlohner- auf die Blumenstraße abzubiegen.

Trotzdem weigert sich die Stadtverwaltung nach wie vor beharrlich, per Beschilderung für mehr Klarheit zu sorgen. Dann, so argumentierte sie in der Vergangenheit, könnten die Anwohner des Stadtteils ja nicht mehr mit LKW beliefert werden.

Dass auch das schönste Schild nichts nützt, wenn es gedankenlos aufgestellt wurde, zeigt sich an gleich zwei Stellen in Evingsen. An der Ecke Springer Straße/Ihmerter Straße weist nichts darauf hin, dass es für Lastwagen irgendwann nicht mehr weitergeht. Sie dürfen in den Springen abbiegen und stehen dort dann nach einigen hundert Metern vor einem Schild, das ihnen die Weiterfahrt über die steile Wulferschlaa verbietet. Nur: Wenden können zumindest größere LKW an dieser Stelle nicht mehr.

Dort, wo früher „Tante Lenchen“ ihren Laden hatte, kommt es Auf der Böcke immer wieder zu Problemen mit LKW, die nicht mehr weiterkommen - selbst für manchen 7,5 Tonner ist da schon Schluss. Wer von unten kommt, hat klar gepennt: In Höhe der Firma AT wire ist die Beschilderung eindeutig. Von oben zwar auch, aber nur eigentlich: Bis zur Kirche darf jeder 40 Tonner fahren, wenn er denn aus Richtung Waldmann kommt. Dann erst kommt das Schild an einer Stelle, von der es für größere Lastwagen kein Entrinnen mehr gibt.

Auch der Holländer, der sich in dieser Woche an der Südstraße festfuhr, dürfte das Opfer einer eindeutig zweideutigen Beschilderung geworden sein. Er wollte zur Firma Klincke - Adresse: Südstraße, Altena. LKW-Fahrer, die auf der Rahmedestraße aus Richtung Lüdenscheid anreisen, finden am Firmengebäude ein Hinweisschild mit vielen Pfeilen, die alle nach rechts und damit in Richtung Südstraße weisen. Dass das alles gar nicht so gemeint ist und dass die meisten Pfeile sich auf Firmenzufahrten beziehen, die an ganz anderen Stellen liegen, erschließt sich Ortsfremden ganz sicher erst auf den vierten Blick. Wenn sie den nicht riskieren, sondern gleich rechts abbiegen, dann machen die Fahrer auch größerer Lastwagen zunächst nichts falsch: An der Ecke Südstraße/Rahmedestraße steht kein Verbotsschild für LKW. Das böse Erwachen folgt dann, wenn hinter der nächsten Ecke die Südstraße allenfalls noch vier Meter breit und Einbahnstraße ist.

Ein weiteres schönes Beispiel dafür, dass die LKW den Weg weisende oder auch nicht weisende Beschilderung in Altena das ein oder andere Mal etwas lax ist, findet sich am Anfang der Brachtenbeck. Dort steht das, was am Springen fehlt - ein Schild „Durchfahrt für LKW verboten“ mit dem Zusatz „nach vier Kilometern“. Nach vier Kilometern hätte der Lastzug allerdings schon Oevenscheid erreicht. Tatsächlich beginnt die Sperrung schon nach zwei Kilometern. Zum Glück steht das endgültige Sperrschild dort so, dass selbst ein Sattelschlepper umdrehen kann. ▪ Thomas Bender

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