Unfallverursacher werden per Brief zum Fahrsicherheitstraining ermutigt

Post von der Polizei

Die Polizei im Märkischen Kreis wird Verursacher von Verkehrsunfällen in Zukunft per Brief zu einem Fahrsicherheitstraining ermutigen. Im Fokus stehen dabei die Risikogruppen „Generation 65 Plus“ und „Motorradfahrer“. Foto: ADAC

Altena -   Ob sich die Adressaten über diesen Brief freuen? Die Polizei im Märkischen Kreis möchte die Verkehrssicherheit mit einer außergewöhnlichen Maßnahme verbessern: Per Brief werden Unfallverursacher aus den Risikogruppen„Generation 65 Plus“ und „Motorradfahrer“ zum Fahrsicherheitstraining ermutigt.

„Wir wollen den Leuten damit nicht vor den Kopf stoßen, sondern auf dieses sinnvolle Angebot aufmerksam machen“, sagt Polizeioberrat Bernd Scholz. Schließlich sei belegt, dass das Unfallrisiko bei Teilnehmern an Fahrsicherheitstrainings sinke.

Seit dem 1. Januar 2015 hatte die Polizei Statistik darüber geführt, welche und wie viele Personen aus den Risikogruppen als Unfallverursacher in Erscheinung getreten waren – und wer jetzt die Ermutigung zum Fahrsicherheitstraining per Brief zugestellt bekommt: 836 Senioren und 250 Motorradfahrer aus dem Märkischen Kreis wurden angeschrieben, darunter 33 Senioren und zehn Motorradfahrer aus Altena.

Meistens liegen die Unfälle zu diesem Zeitpunkt zwei bis drei Monate zurück. In Zukunft kommen die Briefe zum Monatsanfang – nur an diejenigen, die neu in der Statistik auftauchen. „Unsere Sachbearbeiter haben vorher kontrolliert, ob das Anschreiben Sinn macht“, sagt Scholz.

Vor allem für die „Generation 65 Plus“ biete sich das Fahrsicherheitstraining an, schließlich sei das laut Scholz speziell auf die Senioren zugeschnitten: „Dort geht es zum Beispiel um die technische Einführung in die neuen Assistenzsysteme und die Simulation von Alltagssituationen.“

Heinz Wagener, Verkehrsreferent des Motorsportclubs Altena, hält die Empfehlung der Polizei für übertrieben: „Es muss nicht gleich ein teures Fahrsicherheitstraining sein. Es gibt auch andere Möglichkeiten. Generell ist es natürlich sinnvoll, als Senior und Motorradfahrer regelmäßig an Verkehrssicherheits-Aktionen teilzunehmen.“

Das ADAC-Verkehrssicherheitszentrum in Olpe bietet verschiedene Fahrsicherheitstrainings an, auch für Senioren und Motorradfahrer.

Neben einer kurzen Theoriestunde steht das Fahren im Fokus: Bremsübungen auf trockener, nasser und glatter Strecke, Ausweichmanöver und die richtige Lenkradführung lauten einige der Aufgaben. „Wir besprechen auch grundlegende Dinge, wie die richtige Sitzposition und Blickführung“, sagt Melanie Probian vom Verkehrssicherheitszentrum.

Acht Stunden dauert solch ein Lehrgang in Olpe, die Kosten für Autofahrer betragen – je nach Umfang – 99 bis 165 Euro, Motorradfahrer zahlen 99 bis 131 Euro.

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