Werner Fuchs (81) hat ein außergewöhnliches Hobby / Alltagsgegenstände verbaut

Exquisite Puppenstuben in Altena

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Werner Fuchs baut Puppenstuben. Die Tapeten sind Teile von Geschenkpapier, die Möbel bestehen oft aus Holzresten. Und die Lampen sind häufig zufällige Fundstücke aus der Stadt.

Altena - Alles begann eher zufällig: „Meine Frau Erika und ich haben einige Tage Urlaub am Bodensee verbracht. Irgendwie sind wir dann einmal in ein Puppenstuben-Museum gegangen. 

Leider hatten wir nicht viel Zeit, weil wir kurz vor Feierabend da waren und die Ausstellung schnell verlassen mussten. Da reifte in mir der Gedanke, ,Mensch, Werner, wenn du mal Rentner bist. Das wär was für dich, Puppenstuben zu basteln.’“

Keine Fertigteile

Die Episode liegt viele, viele Jahre zurück. Doch Werner Fuchs hat seinen Vorsatz umgesetzt. Mittlerweile ist der 81-Jährige Rentner Experte in Sachen Puppenstuben-Bau. Doch halt, keine ist mit Fertigteilen zusammengesteckt oder als Bausatz aus dem Bastelgeschäft gefertigt. 

„Ich benutze und verbaue nur Teile des Alltags, die andere Menschen achtlos wegwerfen“, ist sein Credo . „Mein Mann baut Pupenstuben aus Abfallprodukten“ – wenn seine Ehefrau Erika das so sagt, regt das Werner Fuchs schon ein wenig auf. 

Viele Details

Wenngleich seine Erika, mit der er immerhin 60 Jahre verheiratet ist, es keineswegs abwertend meint. Sie schenkte ihm für sein Hobby vielmehr zum Beispiel kleine Schau-Schränke, in denen seine „Kunstwerke“ stehen und betrachtet werden können. 

Stundenlange Arbeit steckt in den vielen Möbel-Details.

Alles stimmt in diesen auf viele Etagen in die Schau-Schränke eingearbeiteten Puppenstuben bis auf den I-Punkt, jedes Detail eben. Ob es nun ein Schlafzimmer, eine Küche, ein Wohn- und Essraum oder der Kaufmanns-Laden ist. 

„Wenn wir durch die Stadt gehen, hebe ich oft Dinge auf, die auf dem Gehweg liegen“, sagt Werner Fuchs. Zum Beweis zeigt er ein kleines halbrundes Stückchen Plastik. „Ich denke mal, daraus mache ich eine Obstschale. Andere Farbe drauf, Obst rein, fertig!“

Oft geht es nicht ohne Pinzette

Was einfach klingt, ist es für den ehemaligen Bauarbeiter und langjährigen Mitarbeiter der Einsaler Walzwerke, aber in der handwerklichen Umsetzung nicht. „Ich investiere viel Zeit. Wenn mir etwas nicht gefällt, fertige ich es wieder und wieder an, bis es meinen Ansprüchen genügt.“ Oft geht es nicht ohne Pinzette oder gar die Lupe. 

Wer seinen „Kaufladen“ betrachtet, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Werner Fuchs „formte“ Behälter aus kleinen Plastikteilchen und beklebte sie mit Reklame aus der Zeitung. Die Ketchup-Flaschen oder die Maggi-Würze sehen aus, wie aus wie im Geschäft. Die Obstkisten und Kaffeesäcke gleichen jedem Original bis auf den Punkt. 

Auftragsarbeiten hat Fuchs auch schon erledigt. Etwa für eines seiner fünf Kinder oder die Schwägerin. „Wenn er bei uns in der Wohnung an der Freiheitstraße in eines der ehemaligen Kinderzimmer geht, dann, dann weiß ich: Besser nicht stören. Werner bastelt jetzt wieder,“ lacht seine Ehefrau, die sein Hobby voll mit trägt

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