"Es war eine schöne Zeit!"

Evingser Schützenkönigin Judith Schmitz gibt ihre Regentschaft am Freitag weiter

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Einer von vielen Höhepunkten in zwei Königinnen-Jahren. Die Fahrt in der prachtvollen, von zwei Pferden gezogenen historischen Kutsche neben König Olaf Köster.

Evingsen - Noch zwei Mal schlafen. Dann ist alles vorbei. Na ja, nicht ganz, aber Judith Schmitz ist zumindest ihr Königinnen-Diadem los. Freitag, 22. Juli,  endet offiziell ihre Regentschaft als Evingser Schützenkönigin.

„Es war eine schöne, eine tolle Zeit“, resümiert die 30-Jährige. An sich habe sie „nicht auf dem Schirm gehabt“, 2014, kurz nachdem Deutschland Fußball-Weltmeister geworden sei, in Evingsen Schützenkönigin zu werden. „Die Schnapsidee dazu ist in unserem Freundeskreis, natürlich besonders bei Olaf Köster, meinem König, irgendwie gewachsen.“ 

Als sie dann im Zelt gekrönt wurde, lief „alles wie ein Film ab. Zu mir gekommen bin ich vielleicht erst am Dienstag, Tage nach dem Fest. Da habe ich dann alles irgendwie realisiert“, blickt die scheidende Majestät zurück. Nach zwei Jahren und dem Besuch zahlreicher anderer Feste, unter anderem in Altena, zwei Mal Neuenrade, Dahle, Kesbern und Ihmert sowie dem Ausrichten von Feiern und weiteren Auftritten wie Menschenkicker oder Dschungelcamp, hat Judith Schmitz Routine im „Königinnensein.“ 

Judith Schmitz: "Wir hatten immer viel Spaß!"

Routine, kann man so etwas überhaupt haben? Die junge Frau lacht, findet auch, der Vergleich hinke und schränkt ein. So sei beispielsweise das Aufstecken des Diadems ins Haar heute kein Problem mehr für sie. „Da muss mir auch keiner mehr helfen, auch ohne Klammern hält das kleine Teil problemlos.“ Allerdings schränkt Majestät ein,  „dass es schon nach ein paar Stunden drückt und zwickt.“ Und wenn sie etwa sieht, wie Queen Elizabeth II. ihre schwere Krone trägt, ,Respekt, Respekt“, merkt sie lachend an.

Als Anhängsel an König oder Hofstaat hat sich die Evingserin, die auf der Wilhelmshöhe wohnt, „nie gefühlt. Ich feiere gern, Königin zu sein war genau das Richtige, ich würde es wieder machen“. Die Perspektive für die Arbeit im Vorstand, aber auch beim Feiern selbst, habe sich für sie verändert. Man sehe plötzlich Dinge anders, wenn man auf dem Thron sitze. Lernen musste sie erst, dass sie zum Beispiel „niemals nie allein zur Toilette oder auf den Festplatz gehen darf. 

„Dafür gibt es bei uns den Königsoffizier, der mich stets begleitet oder einen Adjutanten.“ Sowohl André Berhardi als auch Carsten Gluth dankt sie deshalb an dieser Stelle für ihre „Ehrendienste“. Besondere Momente in ihrer Regentschaft „gab es viele.“ Einer davon sei gewesen, als sie als Königin ihrem guten Freund Martin Schröder zu seinem Königsschuss in Altena gratuliert habe. Doch so schön das auch war - das Fest in Altena oder woanders mit Evingsen zu vergleichen, nein, das kommt für Judith Schmitz „nicht in Frage. Jedes hat seine Eigenart, jede seinen eigenen Charme.“ 

Seltene Nahaufnahme des aus Silber gearbeiteten historischen Diadems einer Evingser Schützenkönigin.

Begleitet haben Königin, König und Hofstaat Lieder von Andreas Bourani „Ein Hoch auf uns!“ und „Atemlos“ von Helene Fischer durch die gesamte Regentzeit. Bleiben werden Orden an der Königskette, die beide stiften, und ihr „eigener“ Schützenadler. Den ließen sich Olaf Köster, auch im Zivilleben jetzt mit Judith Schmitz verbandelt, vom Schreiner wieder zusammen setzen. „Teil für Teil hat er wunderbar wieder kombiniert. Der Adler hängt jetzt bei uns im Flur“.

 Und wie war das mit der Garderobe´? Judith Schmitz antwortet schnell, präzise und ehrlich: „Natürlich ist so etwas für jede Frau ein Thema. Ich bin nicht oft in Lang gegangen, doch neue Kleider habe ich mir schon zu gelegt. Neben den Langen mindestens sieben Kurze...“ Besondere Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen? 

„Dass wir alle zusammen ein schönes Schützenfest feiern, bei dem es nicht so heiß ist, wie bei unserem. Und das der König nicht wieder auf dem Löttringsen wohnt, da mussten alle immer den Berg rauf...“, zeigt die 30-Jährige Mitleid mit den Schützen. „Denn“, so stellt sie lächelnd fest: „Wir mussten niemals laufen!“ – Königin zu sein hat eben auch Privilegien. Besonders geschätzt im Sommer!

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