Erzieherinnen wirken künftig bei der Hilfestellung mit

Sprachförderung auf breitere Basis gestellt

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20 Teilnehmerinnen aus umliegenden evangelischen Kindergärten waren gestern ins Mühlendorf gekommen.

Altena - Die Sprachförderung in den Kindergärten ist durch das Land auf eine neue Basis gestellt worden. Künftig sollen alle Betreuungskräfte in der Lage sein, mit den Mädchen und Jungen an einem verbesserten Spracherwerb zu arbeiten.

Für die Mitarbeiterinnen der Kindergärten im evangelischen Kirchenkreis hat am Freitag, 15. April, eine solche Fortbildungsveranstaltung im Gemeindezentrum Mühlendorf stattgefunden. Als Referentin war hier Sprachtherapeutin Daniela Hawellelk aus Hemer zu Gast.

Daniela Hawellek ist Sprachtherapeutin und Multiplikatorin für die „alltagsintegrierte Sprachbildung“

Es handelte sich um eine von drei Veranstaltungen, die dazu in der Burgstadt stattfinden werden. Diesmal waren 20 Erzieherinnen aus den evangelischen Kindergärten Evingsen, Fibs Nachrodt, Knerling, Rahmede, Mühlackerweg Hemer, Dahle und Wiblingwerde als Teilnehmerinnen vor Ort. Die Inhalte und praktische Ratschläge gehen nun in den einzelnen Einrichtungen zunächst in die Praxiserprobung. Im Oktober wird es dann zum Abschluss einen gemeinsamen Reflektionstag geben.

Reflektionstag

Hintergrund: Nach dem Konzept zur alltagsintegrierten Sprachbildung in NRW sollen die Junioren in den Kindergärten der Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid/Plettenberg bei Spracherwerb und -entwicklung gestärkt werden. Grundlegende Erkenntnis: Kinder lernen sprechen, indem man mit ihnen spricht. Aber selbst ein solch einfacher Sachverhalt werde heute nicht mehr als selbstverständlich wahrgenommen und umgesetzt. In vielen Familien, so der Kirchenkreis als Träger der hiesigen Einrichtungen, werde „nicht mehr so viel gesprochen.“ Stichworte sind Fernseher, Tablet-PC oder Smartphone.

Tablet-PC und Smartphone

„Die Kinder lenen aber nicht durch fernsehen sprechen“, ist Gabriele Wand überzeugt, die für die gemeinsame Fachberatung der beiden Kirchenkreise tätig ist. Kinder lernten dann am besten zu sprechen, wenn es um ihre Lebenswirklichkeit und ihre Themen und Fragen geht. Hinter den neuen Fortbildungsreihen steckt die Abkehr von Testprogrammen, wie sie das Land NRW bislang unterstützt hatte. „Der bisherige Delfin4-Test setzte die Vierjährigen stark unter Druck. Schnell kamen die eher durch die Schule bekannten Begriffe wie ‘Prüfung’ und ‘Durchfallen’ auf“, berichtet Wand. „Dabei ist es wissenschaftlich erwiesen, dass isolierte Programme die Sprache nicht nachhaltig fördern. Kinder lernen spielend, mit anderen Kindern und im Dialog mit Erwachsenen.“

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