Erste Abbrucharbeiten am Komplex Schwarzenstein

Ein Bagger stand gestern schon bereit. In den kommenden Tagen soll das Haus Werdohler Straße 60 am Schwarzenstein komplett abgerissen werden. Anwohner berichteten zuvor von weiteren Einstürzen des Dachgebälks.
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Ein Bagger stand gestern schon bereit. In den kommenden Tagen soll das Haus Werdohler Straße 60 am Schwarzenstein komplett abgerissen werden. Anwohner berichteten zuvor von weiteren Einstürzen des Dachgebälks.

ALTENA - Der Beginn der ersten Abbrucharbeiten am Schwarzenstein steht unmittelbar bevor. Die Firma Rossow-Abbruch aus Nachrodt-Wiblingwerde hat von der Stadt Altena den Auftrag erhalten, das marode Haus Werdohler Straße 60 einzureißen und abzutragen. Das berichtet Stadtplaner Roland Balkenhol.

Damit wird in diesem Gebiet eine erste Gefahrenquelle beseitigt. Am 18. Februar waren hier aus der Höhe des Dachstuhls des dreigeschossigen früheren Mietshauses etliche Ziegelsteine auf die Fahrbahn der Bundesstraße 236 gestürzt und hatten ein fahrendes Auto nur knapp verfehlt.

Am vorausgegangenen Wochenende waren nach Angaben von Anwohnern zudem weitere Teile des Dachstuhls eingestürzt. Das Gebäude gilt seit Jahren als gefährlich und war zeitweise durch ein Gerüst gesichert, das Passanten vor möglicherweise herabfallenden Steinen schützen sollte. Nach dem Vorfall im Februar wurden dann mit Sand gefüllte Container an der Straßenfront des Gebäudes aufgestellt.

Rund 40 000 Euro wird die Stadt jetzt in die Hand nehmen müssen, um eine mittlerweile herrenlos gewordene Immobilie zu beseitigen, die frühere Eigentümer schlicht vergammeln ließen. Einen „kleinen Zuschuss“ vom Land zum Ausgleich dieser Kosten werde die Stadtkasse allerdings bekommen, weil der Schwarzenstein-Komplex Teil eines Stadterneuerungsgebietes sei, berichtet Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein.

Über welchen Zeitraum sich der Abriss des Hauses Werdohler Straße 60 hinziehen wird, ist noch unklar. Das werde auch stark davon abhängen, „was dort noch an Baustoffen sortenrein aussortiert werden muss“, erläutert Stadtplaner Balkenhol eine zusätzliche Schwierigkeit des Abbruchverfahrens.

Klar scheint, dass mit der Beseitigung des Hauses Werdohler Straße 60 im großen Schwarzenstein-Komplex nur ein Anfang gesetzt werden kann.

Es gebe dort „jede Menge“ Gebäude, die die Bauaufsicht im Auge habe, so der Stadtplaner. Eines davon ist das gegenüber des Abbruchzieles liegende Haus Werdohler Straße 55 – ebenfalls rechtlich ohne Eigentümer und seit Februar durch das Ordnungsamt gesperrt.

Grundsätzlich gilt: Solange es keinen neuen Besitzer gibt, ist ein „Alteigentümer“ für die Vermeidung von Gefahren verantwortlich. Das regelt das Ordnungsbehördengesetz des Landes NRW. Schwierigkeiten ergeben sich für das Vorgehen von Bauaufsicht und Ordnungsamt aber darüber hinaus, wenn die Immobilien noch im Grundbuch eingetragene Eigentümer haben. Das ist bei vielen der „Problembauten“ am Schwarzenstein weiterhin der Fall.

von Thomas Keim

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