Kulturring muss ohne Barbara Langos auskommen

Dr. Andreas Hollstein und Prof. Dr. Jürgen Gramke mit der zum Jahresende ausscheidenden Barbara Langos. Foto: Bender

Altena - Wie sonst als mit Kultur sollte eine Kulturbeauftragte verabschiedet werden? Eine Ballade, ein Märchen und ein Lied widmete der Kulturring seiner langjährigen Geschäftsführerin Barbara Langos zum Abschied.

Etliche E-Mails gingen zwischen den Vorstandsmitgliedern hin und her, bis endlich das Programm stand, das Johannes Köstlin dann auf der Jahreshauptversammlung kunstvoll inszenierte.

„Das geht gar nicht“, sang der Kantor und griff damit jenen Satz auf, den die Fachfrau in den vergangenen 19 Jahren wohl hunderte Mal gesagt hat – dann zum Beispiel, wenn Künstler wieder zickten oder sie beim Mittelalterfest selbst die Müllentsorgung übernehmen musste.

Sogar eine echte Heldentat hat sie vollbracht: In einer Ballade erinnerte Köstlin daran, wie Langos sich am 18. Januar 2007 durch den Monstersturm Kyrill kämpfte, um die an diesem Abend anstehende Hobbit-Verleihung abzusagen. Ein Märchen gab’s dann auch noch – es schilderte, wie „die kleine Barbara zum ersten und fast auch zum einzigen Mal aufgab“. Köstlin: „Das Aufgeben hat sie dann aber schnell wieder aufgeben“.

„Kulturring ohne Barbara – das geht gar nicht“, sang Köstlin natürlich auch. Da wollte auch der Bürgermeister nicht wirklich widersprechen – andererseits sei es natürlich das gute Recht der Kulturbeauftragten, sich mit dem Erreichen der entsprechenden Altersgrenze in den Ruhestand zu verabschieden. „An der zarten Leine sachte geführt“ habe Langos den Vorstand, sagte Dr. Andreas Hollstein, der auch Vorsitzender des Kulturrings ist und versprach, dass sich am Programm substanziell nichts ändern werde. Stattdessen werde es „behutsam weiterentwickelt“. Er ermunterte Langos dazu, sich einzumischen, wenn sie Fehlentwicklungen befürchte.

„Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte die vom ergreifenden Abschied zu Tränen gerührte Kulturbeauftragte, die aber auch davor warnte, Kultur nur an Personen und Strukturen fest zu machen. „Kultur kann nicht verschwinden“, sagte sie. Sie könne lediglich neue Impulse bekommen – „und das ist auch sehr wichtig“.

Aufmerksamer Beobachter der Mitgliederversammlung war Professor Dr. Jürgen Gramke. Er war in den 70er Jahren Stadtdirektor von Altena, die Gründung des Kulturrings ging auf seine Initiative zurück. Deshalb ist er auch Ehrenmitglied des Vereins. Gramke war sichtlich erfreut von dem, was er sah und hörte. Er bescheinigte seinen Nachfolgern „Mut, Engagement und Atmosphäre“ und kam zum Urteil: „Das kann sich wirklich sehen lassen“.

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