Gesprächskreis von Frauen für Frauen trifft sich heute

Am heutigen Sonntag ist Internationaler Frauentag. Bis vor zwei Jahren gab es zu diesem Anlass von der Gewerkschaft Blumen.

Altena - Das „Lila Kränzchen“ wird in Altena nicht mehr gebraucht: Die Zeiten, in denen Frauen sich in die Rolle der Hausfrau und Mutter gepresst fühlten, sind vorbei. Welche Themen Frauen heute beschäftigen, will ein Initiativkreis herausfinden, der am Sonntag in die Burg Holtzbrinck einlädt.

Um 11 Uhr sind Damen jeden Alters eingeladen, ihre Anregungen anzubringen.

Passend zum Internationalen Frauentag möchten Sigrun Flickner, Christiane Rump, Vanessa Werner, Andrea Wiegmann, Kim Werner und Irmgard Ibrom mit weiteren Bürgerinnen herausfinden, was Frauen in Altena bewegt. „Das können konfliktbehaftete Themen sein wie der Spagat zwischen Beruf und Kinderbetreuung. Aber auch ganz einfache Sachen wie die gemeinsame Freizeitgestaltung mit anderen Frauen“, erklärt Irmgard Ibrom im AK-Gespräch.

Mit emanzipatorischen Themen ist zunächst nicht zu rechnen. „Die Zeiten haben wir hinter uns, in denen Frauen sich ihre Rechte noch hart erkämpfen mussten“, erklärt Jutta Böttner. Sie gehörte einst zu den „Frauenbewegten“, die sich in den 80er und 90er Jahren den frauenrelevanten Angeboten der Volkshochschule anschlossen, aus denen dann Angebote wie das „Lila Kränzchen“ entstanden. „Es gibt uns auch noch!“ erklärt sie lachend. „Aber heute kümmern wir uns um andere Themen“, berichtet Böttner, die noch heute mitKolleginnen wie Dorothee Isenbeck Seminare und Tagungen der Frauenarbeit besucht. „Frauen sind heute überall gefragt. Das sehe ich bei der täglichen Arbeit im Stellwerk. Dort packen Frauen an allen Ecken an, unterrichten Flüchtlinge in deutscher Sprache und kümmern sich darum, dass die jungen Mütter derweil ihre Kinder gut betreut wissen. Es ist für uns selbstverständlich geworden, dass so etwas angeboten wird. In den 33 Jahren, die ich im Kindergarten Evingsen gearbeitet habe, war es nicht immer eine klare Sache, das Frauen zur Verwirklichung ihrer Pläne ihre Kinder betreuen lassen konnten.“

Gleichstellungsbeauftragte Anette Wesemann kann den Wandel bestätigen: „Frauen sind sich bewusst, dass ihnen alle möglichen Lebenswege offen stehen. Und sie machen was aus ihren Talenten. Das sieht man an nahezu jeder Bewerbung, die bei uns im Rathaus eingeht. Da sind die Frauen den Männern oft um Längen voraus Die Quotendiskussion fällt dadurch von vornherein weg bei den Teambesprechungen.“

Gleichstellungsrelevante Themen hat Anette Wesemann seit Jahren nicht mehr bearbeitet. „Höchstens mal ein sozialpädagogisches, aber daran hängt kein geschlechterspezifischer Konflikt mehr. Das spricht eigentlich für uns“, erklärt Wesemann schmunzelnd. Frauenthemen sind für sie dennoch nicht vom Tisch. „Es gibt Themen, für die ich brenne. Gewalt gegen Frauen zum Beispiel. Darüber wird einfach noch zu wenig gesprochen.“

Ina Hornemann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare