Starke Präsenz für Stipendium

Eilike Schlenkhoff erhält das Werkstatt-Stipendium

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Eilike Schlenkhoff konnte sich in der Final-Auswahl das Werkstatt-Stipendium sichern. Sie wird im Juni das Kutscherhäuschen beziehen, das an den Garten der Burg Holtzbrinck angrenzt.

Altena - Eilike Schlenkhoff hat die Jury überzeugt. Die Wuppertalerin erhält das nächste Werkstatt-Stipendium. Im Juni will sie das Kutscherhäuschen beziehen, das an den Burg Holtzbrinck-Garten angrenzt.

Als Simone Distler und Viola Große sich der Werkstatt-Jury vorstellen, geschieht das still, zurückhaltend und nahezu brav. Fluchs ist die kleine Bildauswahl wieder eingepackt und Eilike Schlenkhoff betritt den Raum. Die hat so viel Kunst in Kisten mitgebracht, dass sie gar nicht alles zeigen kann. Die Kunstfreunde schütteln den Kopf, schmunzeln und schenken der jungen Künstlerin schließlich nach wenigen Sekunden ihr Herz.

Alles liegt auf dem Tisch, wie Klaus Storch es treffend formuliert: Die Kugel aus dem Anfängerkurs für Malerei bis hin zur coolen Industrial Art. Eilike Schlenkhoff ist keine Künstlerin, die sich in ein Schema pressen lässt: „Ich tue, was zu tun ist”, erklärt die Wuppertalerin. Wenn das gerade Malen ist, dann malt sie. Wenn es das Bauen von Installationen und Skulpturen sein darf, die fotografisch dokumentiert und in Gold gerahmt sind, dann tut sie eben dieses.

Die von Eilike Schlenkhoff selbstkreierten „Sahnestücke“ fallen fast hinten über in der Bilderflut, die sie mitgebracht hat. Ganz zum Schluss packt sie diese starken fotografischen Arbeiten aus – genau die sind es aber, mit der sie sich das Werkstatt-Stipendium 2015 sichert. „Solche Motive finden Sie bei uns!”, erklärt ihr die Werkstatt. Eilike Schlenkhoff will dafür gern nach Altena kommen, das Atelier in Wuppertal aufgeben und sich der Burgstadt hingeben.

Auch das ist ein ganz ausschlaggebender Punkt für die Jury, die auf keine feste Galerie mehr zurückgreifen kann: Dass die 1984 geborene Künstlerin aus jeder Situation etwas zu machen scheint und ihre Chancen nutzt, wird der Altenaer Kunstszene gut tun. Davon sind alle durchweg überzeugt, als die Vorstellungsrunde beendet ist.

Eine solch starke Präsenz, wie die frisch gekürte Stipendiatin verspricht, wäre von Simone Distler und Viola Große nicht zu erwarten gewesen. Beide aus Deutschlands Osten angereist, hätten ihre Ateliers und Wohnungen nicht ohne weiteres aufgegeben. Künstlerisch haben auch sie viel zu bieten. Insbesondere Simone Distlers farblich sehr reduziertes Werk „Zwischen den Orten” weiß zu begeistern: „Ganz stark!” lobt die Werkstatt.

Die von Viola Große mitgebrachten Werke sind zum Teil ganz in der Nähe entstanden: Sie war 2014 schon Stipendiatin der Werkstatt Plettenberg. Dort hat sie, wie auch im Atelier in Radebeul, viele landschaftliche Motive gemalt. Sie lässt sich von menschlichen Einflüssen auf die Natur inspirieren, wie einem verwehten Taschentuch, das sich im Gebüsch eines Flussufers verfangen hat. Ein Bild, an dem sich die Werkstatt reiben kann.

An Eilike Schlenkhoff allerdings werden mehr Menschen in Altena Freude haben. Im Juni will sie das Kutscherhäuschen beziehen, das an den Burg Holtzbrinck-Garten angrenzt. „Die kann die Stadt richtig aufmischen“, freut sich Barbara Langos. Nur als Werkstatt-Vorsitzender Matthias Rüth gratuliert ist dieser sprudelnde Energiequell erstmals für eine Sekunde sprachlos. - von Ina Hornemann

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