Für Flüchtlinge Landeszuschuss nicht ausgegeben

Sprachunterricht im Stellwerk: Hier werden Flüchtlingen ehrenamtlich fundierte Kenntnisse der deutschen Sprache beigebracht. Foto: Bonnekoh

Altena - „Ein Tropfen auf den heißen Stein“ sei das, was das Land den Städten Land für die Betreuung von Flüchtlingen zahle, klagte Uwe Kirscher am Mittwoch, 15. April, im Sozialausschuss. 4300 Euro flossen im vergangenen Jahr – und die Stadt hat davon keinen Cent ausgegeben.

Die soziale Betreuung der gut 100 in lebenden Flüchtlinge werde von den Mitarbeitern der für Jugend und Soziales zuständigen Abteilung des Rathauses „so gut es eben geht“ erledigt, erklärte Krischer. Eine große Rolle spiele auch das Stellwerk, lobte der Abteilungsleiter. Bekanntlich werden dort rein ehrenamtlich organisierte Sprachkurse für die Flüchtlinge angeboten.

Insgesamt sei es erforderlich, die Qualität der Betreuung zu steigern, gab Krischer zu. Natürlich sei die Stadt auch bereit, dafür die Landes mittel einzusetzen – immerhin werden für dieses Jahr schon 8000 Euro erwartet. „ „Wir suchen nach Lösungen“, gab Krischer bekannt – verhandelt wird bisher ausschließlich mit dem Stellwerk. Die Stadt will wissen, ob es sein Engagement für die Flüchtlinge noch ausweiten könnte, wenn ihm die Landesmittel zur Verfügung gestellt würden. Allerdings bezweifelte nicht nur Dr. Rita Rüth von den Grünen, dass diese Aufgabe auf Dauer rein ehrenamtlich zu leisten sei. Irmgard Ibrom (SPD) fragte nach, ob das Land keine Mindeststandards für die Flüchtlingsbetreuung festgelegt habe. Das verneinte Krischer.

Vor der Sitzung hatten sich einige Mitglieder des Ausschusses in der Flüchtlingsunterkunft In der Heimecke umgesehen – ein nicht öffentlicher Termin, „weil wir natürlich die Privatsphäre der Bewohner achten wollen“, wie Krischer sagte. „Sehr interessant“ sei das gewesen, berichtete Andreas Schmale (CDU). Bemerkenswert seien beispielsweise die schon recht guten Sprachkenntnisse der Flüchtlinge gewesen.

Uwe Michel von den Linken erkundigte sich danach, wie es um die Kinder der Flüchlingsfamilien bestellt sei. Die Schulpflicht gelte auch für sie, erklärte Krischer. Die Stadt betreibe viel Aufwand, um sie zu gewährleisten – teilweise werden sie nach Lüdenscheid gebracht, weil es dort einen syrischsprachigen Lehrer gebe. - von Thomas Bender

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