Wieder hat ein Hund ein Reh gerissen

Wie lange das schwer verletzte Tier im Wald lag, kann niemand genau sagen.

Altena - Hubertus Bertram ist verzweifelt. Der Jäger ist machtlos. Wieder musste er einen jungen Rehbock erschießen. Ein Hund hatte ihn angefallen und schwer verletzt. Die halbe Hinterhand des kleinen Bocks war zerfressen, die Hoden abgebissen.

„Das Tier lebte noch. Wie lange es sich dort quälte kann ich nicht sagen – ein Glück, dass Spaziergänger es fanden“, berichtet er.

Gefunden wurde das Tier erneut zwischen Brachtenbeck und Tiergarten. Es war nicht das erste Mal, dass der Jäger ein von Hunden erlegtes Reh fand.

 „Auffällig oft haben wir genau hier mit wildernden Hunden zu tun. Manchmal glaube ich, es gibt Menschen, die fahren mit ihrem Auto an die Schranke, machen den Kofferraum auf und lassen ihre Hunde einfach mal eine Stunde in den Wald“, sagt Bertram. Daher wird er künftig noch mehr Kontrollfahrten machen.

Spaziergänger und andere Hundebesitzer wird er im Wald auf das Problem aufmerksam machen. Er setzt auf soziale Kontrolle: „Die meisten Hundebesitzer haben ihre Tiere an der Leine und haben großes Verständnis. Aber es gibt diese Ausnahmen.“ Den Tieren mache er dabei keine Vorwürfe. „Die handeln nach ihrem Instinkt. Das ist tierisches Verhalten“, erklärt der Jäger, der selbst Hunde ausbildet.

Besonders gefährlich seien Hunde aus Süd- und Osteuropa. „Die Tiere sind die liebsten Familientiere. Aber sie haben sich lange auf der Straße selbst ernähren müssen. Sie jagten, um zu überleben. Haben die Techniken perfektioniert“, erklärt Bertram. Zudem würden mache Hundebesitzer ihre Tiere schlicht unterschätzen. Springt ein Reh aus dem Gebüsch, ist der Jagdinstinkt geweckt. „Es gibt Schlepp- und Laufleinen. Die Tiere sollten auf den Wegen bleiben. Im Unterholz haben sie einfach nichts verloren“, betont der Jäger. - Lydia Machelett

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