Industrie 4.0 ist schon Realität

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Im Drahtwerk wird an einem Strang gezogen: Jochen Brüninghaus, Maik Knieling (Qualitätssicherung), Claudia Roberg (Verkauf) und Markus Günster (Drahtzieher) in der Produktion des Unternehmens.

Altena - 1600 Lieferanten hat die in Bad Berleburg ansässige Unternehmensgruppe Ejot, alle zwei Jahre werden vier davon als „Lieferant des Jahres“ ausgezeichnet. Einer davon kommt in diesem Jahr aus Altena: Die Firma Friedr. Brüninghaus und Söhne in der Nette.

„Das ist eine Gemeinschaftsleistung“ – auf diese Feststellung legt Firmenchef Jochen Brüninghaus großen Wert. Das „offizielle“ Foto von der Preisverleihung im feierlichen Rahmen findet er deshalb auch nicht so wichtig, will stattdessen lieber mit Mitarbeitern im Betrieb abgelichtet werden. Gutes (Vor)Material, viel Knowhow bei allen Mitarbeitern, voller Einsatz in allen Abteilungen, größte Flexibilität: Nur so könne eine solche Leistung gelingen, meint der Chef der etwa 50 Brüninghaus-Mitarbeiter.

Ejot ist der größte Kunde des Drahtwerks in der Nette, die beiden Unternehmen sind seit Jahrzehnten miteinander verbunden. Verbürgt ist, dass Ejot-Mitarbeiter schon in den 40-er Jahren mit PKW und Anhänger nach Altena kamen, um bei Brüninghaus Draht zu kaufen. Das ist heutzutage undenkbar, nicht nur wegen der Mengen: Industrie 4.0 ist längst Realität, auch im Drahtwerk. Claudia Roberg, die Verkaufsleiterin bei Brüninghaus, hat Zugang zu den für sie relevanten Bereichen der Ejot-EDV: Sie weiß nicht nur, wie viel Brüninghaus-Draht dort noch gelagert ist, sondern auch, ob sich aus Bestelleingängen weiterer Bedarf ergibt. Von den Lieferanten werde heutzutage erwartet, dass sie anhand dieser Daten den Bedarf ermitteln und unaufgefordert liefern, schildert Brüninghaus das im Zusammenspiel mit Ejot übliche Prozedere.

Diese Form der Zusammenarbeit setzt Offenheit und Vertrauen voraus – beides präge das Verhältnis zwischen Ejot und Brüninghaus seit vielen Jahren, lobte Christina Stadler vom Ejot-Einkauf in ihrer Laudatio auf den Mittelständler aus der Nette. Sie würdigte „die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Technikern, der Fertigung und der QS, die ständige Prüfung des Machbaren, die Besprechung von Modifizierungen, letztlich die gemeinsame Abstimmung aller Fachbereiche zur Erreichung und Optimierung der geforderten Qualitätsparameter“. Beeindruckt zeigte sie sich von der bei Brüninghaus gängigen Praxis, Kunden in das Werk in der Nette einzuladen und ihnen dort nicht nur alle Betriebsabläufe zu zeigen, sondern auch die Mitarbeiter vorzustellen. „Neue Ideen und Impulse bleiben bei solchen gemeinsamen Veranstaltungen nicht aus“, sagte Stadler.

Ejot ist Spezialist für Verbindungstechnik und beliefert in erster Linie die Automobil- und Zulieferindustrie und das Baugewerbe. So genannte gewindefurchende Schrauben, die bei Ejot millionenfach hergestellt werden, setzen entsprechendes, genau abgestimmtes Vormaterial voraus.

Ejot ist im Familienbesitz, Firmensitz ist Bad Berleburg. Die Gruppe beschäftigt weltweit gut 2700 Mitarbeiter. Der Umsatz stieg von 2011 bis 2015 um 80 auf 411 Millionen Euro.

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