"Auf Draht" probt mit Schauspieler Marco Spohr

Schauspieler und Trainer Marco Spohr (Mitte) aus Hagen war am Wochenende in Altena aktiv. Er trainierte die Mitglieder der Schauspielgruppe „Auf Draht“. Gemeinsam wurde an Bühnenpräsenz und Charakter-Bildung intensiv gearbeitet.

Altena - Ein völlig neuer Mensch sein, Denken und Fühlen verändern: Schauspieler, die ihre Rolle perfekt verkörpern möchten, müssen einfühlsam, offen für Neues und voller Fantasie sein. Das zumindest ist die Überzeugung von Schauspiel-Coach Marco Spohr, der am Wochenende beim Amateurtheater Auf Draht zu Gast war.

Wer nicht weiß, dass im Thomas-Morus-Haus Schauspieler proben, könnte meinen, in einer seltsamen Welt gelandet zu sein. Männer, die sich beim Eskimo-Gruß die Nasen aneinander reiben, Frauen, die wie Roboter durch den Raum marschieren und seltsame Dinge vor sich hin flüstern und gestandene Männer, die wie kleine Kinder durch den Raum rennen und die Oberschenkel aneinander reiben. Sie scheinen in ihrer eigenen Welt gefangen zu sein. Äußere Einflüsse interessieren sie nicht. Sie sind ganz in ihrer Rolle, denken nicht nach und lassen sich einfach fallen – und genau das ist auch Spohrs Ziel. „Schaltet den Kopf aus und lasst euch fallen in die Rolle“, lautet die Anweisung. Was diese Übungen wohl mit dem neuen Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“ zu tun hat? „Gar nichts, das ist erst einmal nur das Aufwärmprogramm“, erklärt der Coach. Mit Übungen wie diesen möchte der Hagener erreichen, dass die Altenaer mehr Sensibilität in ihre Rolle bringen, sie mehr spüren und sie ohne nachzudenken darstellen. Wer einen Charakter richtig ausfüllen will, müsse lernen, nicht nur anders zu sprechen, sondern auch anders zu denken und sich passend zu bewegen. Deutlich wird dies beim Essen eines Schokoriegels. Jeder der Schauspieler hat dabei eine andere Technik. Während die einen beherzt zubeißen, genießen andere eher kleine Happen. Aber wie isst wohl die Figur aus dem neuen Stück? „Ich muss der Rolle alles geben, was mein Körper hergibt, dann wird es perfekt“, erklärt Spohr.

Er selbst weiß, wovon er spricht, hat er doch selbst schon auf etlichen Bühnen und vor verschiedenen Fernsehkameras gestanden. So spielte der Hagener unter anderem an der Seite von Schauspielerin Uschi Glas in der Serie „Sylvia – Eine Klasse für sich“ oder der Soap „Verbotene Liebe“.

Nach dem Aufwärmprogramm geht es in die klassische Rollenarbeit. Gemeinsam werden die Charakterzüge der einzelnen Personen herausgearbeitet und noch einmal verfeinert. „Ich möchte, dass die Schauspieler nach diesem Wochenende noch mehr in ihrer Rolle sind. Sie noch besser fühlen“, sagt Spohr. Die Altenaer sind derweil ganz schön ins Schwitzen gekommen. „Seid noch genauer. Je konkreter ihr eure Rolle spielt, desto besser kommt der Charakter auf der Bühne für das Publikum rüber“, mahnt der Trainer zur Konzentration.

Damit das Training überhaupt stattfinden konnte, haben die Schauspieler übrigens einige extra Schichten absolviert. Denn die neue Bühne musste fertig werden. Unzählige Bretter galt es zu verschrauben. Doch pünktlich zum Auftakt des Trainings stand sie. Bis zur Premiere von Arsen und Spitzenhäubchen Anfang März wird nun noch etliche Stunden eifrig geprobt.

Von Lydia Machelett

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