Vergleichbar mit dem Dortmunder Fernsehturm

Dortmunder Höhenretter üben im Burgaufzug

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Die Höhenretter der Dortmunder Berufsfeuerwehr übten am Montag im Aufzugsschacht des Burgaufzugs.

Altena - Wenn der Burgaufzug streikt, kommt die Feuerwehr – und zwar auch die aus Dortmund-Hörde. Schon während der Planungsphase wurde festgelegt, dass dort tätige Höhenretter alarmiert werden, wenn Menschen aus der Aufzugskabine gerettet werden müssen.

Etwa 35 Höhenretter gibt es bei der Dortmunder Feuerwehr, auf der Wache in Hörde ist stets ein Trupp einsatzbereit. „Auf dem Landweg sind wir in 30 Minuten in Altena“, berichtet Stefan Wortmann – der speziell für die Höhenrettung ausgerüstete Einsatzwagen passt sogar durchs Burgtor.

Aufzug nötigt Respekt ab

Wenn es noch schneller gehen muss, weil Menschenleben in Gefahr sind, werden die Dortmunder sogar per Hubschrauber nach Altena geflogen. Wichtig ist, dass die Höhenretter sich vor Ort auskennen – „jeder Aufzugsschacht ist anders“, berichten sie. Deswegen übte inzwischen jede der vier Wachabteilungen am Altenaer Objekt, am Montag war die letzte an der Reihe. Der Aufzug nötigt selbst den Spezialisten wegen seiner Fahrtstrecke von 85 Metern Respekt ab – etwas Vergleichbares kennen sie sonst nur vom Florian, dem Dortmunder Fernsehturm.

"Außer Betrieb" in 79 Metern Höhe

Frank Neubauer und Michael Ortmann waren am Montag die „Opfer“. 79 Meter „über Grund“ wurde die Kabine angehalten – „außer Betrieb“ signalisierte die LED-Laufschrift. Hilfe kommt von oben. Dort bauen zunächst sieben andere Mitglieder der Höhenrettung einen festen Anschlagpunkt für die motorbetriebene Seilwinde, mit der sich schließlich einer der Höhenretter sechs Meter tief zum Dach der Aufzugskabine abseilt. Hier befinden sich eine Luke und eine Leiter, mit deren Hilfe die Passagiere den Aufzug verlassen können. Zunächst wird Michael Ortmann per Karabiner an der Seilwinde befestigt und nach oben gezogen, dann folgt ebenso schnell und problemlos Frank Neubauer.

Übung der Dortmunder Höhenretter im Burgaufzug

Nach wenigen Minuten ist der Hauptteil der Rettung abgeschlossen. „Es ist alles glatt gelaufen“, lautet das Fazit der Dortmunder und auch Alexander Grass, der Chef der Altenaer Wehr, ist höchst zufrieden – und dankbar darüber, dass er im Ernstfall auf echte Profis zurückgreifen kann. Zwar verfügt neuerdings auch die Altenaer Feuerwehr über Abseilgeräte – „aber unser Handlungsrahmen ist doch eingeschränkt“.

Zweiwöchige Zusatzausbildung

Zwei Wochen dauert für die Berufsfeuerwehrleute die Zusatzausbildung zum Höhenretter – Schwindelfreiheit wird vorausgesetzt.

Jeden Mittwoch wird geübt, einmal im Jahr stehen vier Übungstage mit „besonderen Objekten“ auf dem Programm. Nach dem Burgaufzug üben die Höhenretter am Dienstag an einem Sessellift. Am Mittwoch steht ein Strommast und am Donnerstag eine Hochofenanlage auf dem Programm.

Spektakulärer Einsatz im Felsenmeer

Dass sie außerhalb Dortmunds eingesetzt werden, ist für die Männer übrigens nicht ungewöhnlich – zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören weite Teile des Ruhrgebiets und auch der Märkische Kreis. Einer ihrer bisher spektakulärsten Einsätze führte sie 2007 nach Hemer, wo sie in einem Steinbruch zwei Kinder und einen Erwachsenen aus einer 150 Meter hohen Felswand retteten. - von Daniel Schröder

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