Auf den Spuren von Altenas Burgen

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Dietmar Rüther (links) forscht seit seiner Jugend über Altena. Jetzt plant er, eine kleine Schrift über die Altenaer Burgen zu veröffentlichen.

Altena - Dietmar Rüther als Heimatforscher zu bezeichnen, ist gar nicht so weit hergeholt. Der Altenaer beschäftigt sich seit seiner Jugend mit seiner Heimatstadt. Jetzt plant er, einen kleinen Bildband oder eine Broschüre über Altenas Burgen herauszubringen.

17 davon hat er bis jetzt erkundet. Bekannt sind natürlich die Burg Altena, die Burg Holtzbrinck, die Mücken- und Susenburg sowie die Hünenburg. Doch was gab es denn sonst noch? Abgesehen von der Mückenburg liebten die Altenaer offensichtlich „tierische“ Bezeichnungen. Da taucht dann plötzlich „Mäuseburg“ (heute eine Ruine am Waldweg hinter der Bismarckstraße) oder auch „Rattenburg“ (gelegen unmittelbar hinter der Auffahrt zum Nettenscheid) auf.

Keine gewöhnlichen Burgen

Daneben gab es auch eine „Mottenburg“ (gelegen an der Werdohler Straße 113) und eine „Wolfsburg“ (gelegen an der Bergstraße/Ecke Heuweg). „Natürlich handelt es sich hierbei nicht um Burgen im üblichen Sinne“, erläutert Rüther. Es handele sich dabei vielmehr um Gebäude beziehungsweise auch Wohnhäuser, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und Lage vom Volksmund als „Burg“ bezeichnet wurden. So zum Beispiel die „Wolfsburg“. Wer sie sucht, wird ein Wohnhaus vorfinden, dass nur deswegen Erwähnung findet, weil dort vor langer Zeit einmal der Altenaer Pfarrer Wolf gewohnt hat.

"Mit Legenden behaftet"

„Die meisten dieser Burgen sind im Grunde nur mit Legenden behaftet“, weiß Rüther. „Meist wurden sie von Familien oder auch Altenaer Bürgern mündlich überliefert. Oft ist deren Entstehungsgeschichte gar nicht mehr nachzuvollziehen.“ So zum Beispiel der Name „Lenneburg“. Dieses Gebäude befindet sich am Winkelsen. Es handelt sich um ein hochherrschaftliches Gebäude, welches zur Zeit seiner Erbauung nur von sehr reichen Familien bewohnt wurde. Außerdem stand es in unmittelbarer Nähe der Lenne. Was also lag näher, als diesem prachtvollen Gebäude den Namen „Lenneburg“ zu geben. Bei der Endung „–burg“ stand wohl die Burg Altena Pate.

Heim für ledige Mitarbeiter

So auch im Falle der „Schlüpferburg“. Dies war ein Gebäude in der Heimecke, an dessen Stelle heute der Kindergarten steht. Es war ein Heim für ledige Mitarbeiterinnen der Firma Basse & Selve. Demgegenüber stand das „Bullenkloster“ an der Schubertstraße. Hier wurden die ledigen Mitarbeiter der Firma Basse & Selve untergebracht.

Anlaufstelle für Lungen-Kranke

Die „Mottenburg“ an der Werdohler Straße war eine Art Lungenheilanstalt für Mitarbeiter des Unternehmens, die durch Einatmen von Dämpfen an der Lunge erkrankten. Grundlagen für die Benennung des Gebäudes waren die damals noch recht rustikalen Bemerkungen „Der hat die Motten“, beziehungsweise „von den Motten zerfressen.“ Beides bezeichnete zum damaligen Zeitpunkt eine unheilbare Lungenkrankheit. Das Haus, in dem sich die Lungenheilanstalt befand, wurde vom Urgroßvater Rüthers im Jahr 1889 erbaut. Die Bezeichnung „Mottenburg“ benutzte offenbar erstmalig der Vater Rüthers.

Aufgrund einer Initiative von Wolfgang Jürgens, der ebenfalls von der Existenz der ein oder anderen „Burg“ in Altena berichtete, setzten sich die beiden Männer in das Fahrzeug Rüthers, fuhren die einzelnen Gebäude an und fotografierten sie. „Das hat schon einige Stunden gedauert“, erinnert sich Jürgens. Die Fotos will Rüther noch bearbeiten und in Form einer Broschüre oder eines kleinen Bildbandes veröffentlichen. - hb

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