Nur bei „F 0“ bleibt die Sirene aus

Spätestens dann, wenn Atemschutz benötigt wird, geht es nicht ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen. Foto: Bender

Altena - Unsanft geweckt wurden am Dienstagmorgen zahlreiche Bewohner der Innenstadt – es heulten wieder einmal die Sirenen. Der Grund: An der Märkischen Straße auf dem Nettenscheid brannte ein Mülleimer. Als die Feuerwehr an der Brandstelle eintraf, hatten Anwohner das Feuer schon gelöscht.

„Im Grunde war das Kleinkram“, meint im Rückblick Wehrführer Alexander Grass. Trotzdem könne es auch in solchen Fällen richtig sein, Sirenenalarm auszulösen. Der Bürger, der gestern morgen das Feuer meldete, habe keine genauen Angaben machen können, es sei lediglich von Feuer an einem Haus berichtet worden. „Deshalb musste der Disponent von einem F 1 ausgehen“, erklärt der Chef der Altenaer Feuerwehr.

Drei Arten von Feuer kennt der Fachmann: F 0 ist ein Kleinbrand, zum Beispiel ein Feuer im Motorraum eines Autos. F 1 heißt es immer dann, wenn Gebäude betroffen sind und bei F 2 handelt es sich um Industrie- und andere Großbrände.

Die Feuerwehr verfügt über eine Alarm- und Ausrückordnung, in der genau festgelegt ist, wie auf welche Art von Feuer zu reagieren ist. Grundsätzlich braucht die hauptamtliche Wache bei jedem Brand Verstärkung. „Trotzdem bleibt bei F 0 die Sirene aus“, erläutert Grass – bei Kleinbränden wird die Verstärkung per Funkmelder alarmiert. F 1 heißt, dass ein ganzer Löschzug gebraucht wird. Dann heilt automatisch auch Sirene. Bei F 2 werden sogar zwei Züge alarmiert.

Um welche Art von Brand es sich handelt, entscheidet anhand der eingehenden Meldung der Disponent in der Kreisleitstelle in Lüdenscheid, der deshalb auf möglichst genaue Angaben angewiesen ist.

Mancher Alarm erfolgt automatisch: Schlägt eine der auf die Kreisleitstelle aufgeschalteten Brandmeldeanlagen von Firmen oder öffentlichen Gebäuden Alarm, dann erfolgt sofort Sirenenalarm – und das, obwohl es sich in der Mehrzahl der Fälle um Fehlalarme handelt. Das weiß natürlich auch Grass – und sieht trotzdem keine Chance, daran etwas zu ändern. Erst einmal die Wache auf den Weg zu schicken, um die Lage zu erkunden, sei keine gute Idee, meint er: „Wenn dann wirklich was ist, dann fehlen uns wenigstens zehn Minuten“ – und in denen kann im Fall eines echten Brandes viel passieren.

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