St. Vinzenz-Krankenhaus: Personal-Abbau ist möglich

Die Zukunft des St. Vinzenz-Krankenhauses bleibt ungewiss.

Altena - Zur vorläufigen Insolvenz der St. Vinzenz GmbH hat die Deutsche Klinikunion (DKU) Stellung bezogen. Dr. Dietmar Stephan, geschäftsführender Gesellschafter der DKU, betont, Krankenhaus und Pflegeheim in Altena erhalten zu wollen.

Die Schieflage sei auch durch das Gesundheitssystem herbeigeführt worden. „Für jede Spezialisierung, die Geld eingebracht hat, musste das Vinzenz Mehrleistungsabschläge bezahlen. Das waren zuletzt 200 000 Euro, die jetzt fehlen“, sagt Dr. Stephan. 

Die seit 2013 geltende Gesetzesgrundlage, die Krankenhäusern der Grundversorgung zwar das Recht auf Spezialisierung einräumt, führe gleichzeitig dazu, dass sich die Katze in den eigenen Schwanz beiße: „Im Altenaer Krankenhaus wurden zwar im Laufe der vergangenen Jahre viele neue und geldbringende Angebote installiert, doch dafür mussten eben hohe Mehrleistungsabschläge an die Krankenkassen zurückgeführt werden. Die fehlen im Haushalt“, erklärt Dr. Stephan.

Kredit-Tilgung kann zur Zahlungsunfähigkeit führen

Hinzu komme, dass das Krankenhaus nun in der Tilgungsphase der laufenden Kredite sei. „In einer schwachen Phase wie der ersten Jahreshälfte kann diese Konstellation zur Zahlungsunfähigkeit führen." Mit eigenen Mitteln werde die DKU diese nicht auffangen. Dem Personal, das betont Dr. Dietmar Stephan, sei kein Vorwurf zu machen.

Personal-Abbau möglich

Und trotzdem: Auch die besten und fleißigsten Kräfte könnten ihre Arbeitsplätze verlieren. Personalabbau könnte eine Restrukturierungsmaßnahme sein. Dr. Andreas Schleicher, Geschäftsführer des Eitorfer Krankenhauses, griff zu diesem Mittel, um das dortige Hospital vor der Schließung zu retten.

Kein Vergleich mit Eiltorf

Außerdem habe dort auch das Mittel eines Sicherstellungszuschlags gegriffen. Dieser Rettungsmaßnahme stimmte der Gesetzgeber im Fall Eitorf zu, weil im näheren Umfeld dieses Hauses keine vergleichbare gesundheitliche Versorgungseinheit zu finden ist.

Chancen für Erhalt?

„In Altena wird so ein Zuschlag nicht gewährt. Dafür gibt es in dem umliegenden Städten genug Kliniken“, weiß Dr. Dietmar Stephan. Generell sieht er für den Standort Altena Chancen. Zwei Dinge dürften in den nächsten drei Monaten nicht passieren: Weder die Mitarbeiter, noch die Patienten dürften nun abspringen. „Zur Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit werden alle gebraucht.“

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