Detlef Heiden (Evingsen) leitet Direktion ZA 1

In der Chefetage nicht nur Polizisten

Wolfgang Bühren, Thomas Gemke, Detlef Heiden und Johannes Stappert (von links) bei der Übergabe der Amtsgeschäfte.

Altena - Ein Evingser geht, dafür kommt ein Dahler in die Direktion ZA 1 – Altenas „Bergdörfer“ sind gut vertreten an der Spitze der Polizei im Märkischen Kreis.

Altersbedingt schied Kreisverwaltungsdirektor Wolfgang Bühren Anfang Juli aus dem Dienst aus. Der Evingser übergibt die Amtsgeschäfte an Kreisoberamtsrat Detlef Heiden, der in Evingsen wohnt.

Die Titel zeigen: Beide sind keine Polizisten, sondern Verwaltungsbeamte – was in dieser Direktion nicht ungewöhnlich ist. Mit Verbrechensbekämpfung und -prävention hat dieser Teil der Kreispolizeibehörde nämlich nichts zu tun. Dort kümmert man sich eher um organisatorische Dinge wie zum Beispiel die Unterbringung der einzelnen Wachen, den Zustand des Fuhrparks oder auch die Einzelheiten der Dienstaufsicht. Auch Fragen des Waffenrechts und andere juristische Dinge fallen in die Kompetenz dieses Teils des Polizeiapparates.

Daneben gibt es drei weitere Direktionen, die sich mit reiner Polizeiarbeit befassen (Gefahrenabwehr/Einsatz, Kriminalität, Verkehr) und an deren Spitze dann auch ausgebildete Polizisten stehen. Auch der „Abteilungsleiter Polizei“ ist vom Fach – dem leitenden Polizeidirektor Johannes Stappert obliegt die Dienst- und Fachaufsicht über alle 740 Mitarbeiter der Polizei im Märkischen Kreis, von denen etwa 660 Polizeibeamte und damit Landesbeamte sind.

Ganz oben steht dann ein Politiker: Oberster Chef der MK-Polizisten ist Landrat Thomas Gemke. Das stehte nicht nur auf dem Papier., betont dessen Pressesprecher Hendrick Klein: „Er wird über alle relevanten Dinge unterrichtet“. Dazu gehöre auch, dass er von der Leitstelle zeitnah über größere Einsätze informiert werde. Auch Fragen der Dienstaufsicht gingen, wenn es sich um gravierende Vorfälle handele, über Gemkes Schreibtisch, sagte Klein auf Anfrage.

In Großstädten gibt es übrigens Polizeipräsidenten an der Spitze der Polizei – was aber keinen gravierenden Unterschied darstelle, wie Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski gestern erklärte. Auch dabei handele es sich in der Regel nicht um Polizisten. Der amtierende Polizeipräsident von Dortmund zum Beispiel war vorher bei der Bezirksregierung Münster unter anderem für Kommunalaufsicht und Raumplanung zuständig.

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