"Die Daktiker" begeistern Altenaer Publikum

Zwei Sterne am Nachthimmel des Bildungshorizonts: Herr Müller-Liebenstreit und Frau Lengowski. Foto: Sauser

Altena - „Abi für alle – all inklusive!“ lautet die neue Schulhymne des Adolphinums. „Wir sind die halbe Miete auf dem Weg in die Elite“, sang das Kollegium am Samstagabend in der fast restlos besetzten Burg Holtzbrinck. „Die Daktiker“ sind ein Stimmungsgarant und enttäuschten das Publikum auch mit ihrem neuen Bühnenprogramm nicht.

Von Silvia Sauser

Das drehte sich vorwiegend um die „integrative Kompetenz“ des Lehrkörpers, um der „Lernbulimie“ bei Inklusionsschülerin Lilly entgegen zu wirken. Aber nicht nur die Inklusionsgruppe in der 9c, auch aufmüpfige Schüler wie Dustin Dickspeller und dessen Vater sowie die Bezirksregierung in Arnsberg machten dem Kollegium das Leben schwer.

Ein Blick auf den Vertretungsplan? Kam für Lehrer Karl-Eduard Krick (Hans-Peter Königs) nicht in Frage! „Inkognito ergo sum – Was ich nicht weiß, kostet mich keinen Schweiß“, argumentierte er. Volker Müller-Liebenstreit (Hermann-Josef Skutnik) setzte das Deeskalationsprogramm der Schule auf seine eigene Art und Weise um: „Laute Schüler schicke ich auf´s stille Örtchen!“

Erika Lengowski (Brigitte Lämbgen) wagte mit den Schülern einen „Ausflug ins Bermudadreieck der deutschen Lyrik“ und der „Kommissar“, der immer noch nur kommissarisch arbeitende Schulleiter Willi R. Lass, hing fest in der Warteschleife der Bezirksregierung: „Wir evaluieren unsere Evaluation“.

Daher machte er sich persönlich auf den Weg nach Arnsberg und Kollege Krick fungierte als ebenso dominanter wie inkompetenter kommissarischer Stellvertreter des kommissarischen Schulleiters. In seinem Unterricht wurde alles „durchexorziert auf dem Weg zum großen Latrinum“. Und wenn die Schüler auf ihren Tablets „Call of Duty“ im Unterricht spielen, ist das doch durchaus positiv, denn übersetzt heißt es ja wohl „die Pflicht ruft“.

Aber auch in Rollen der Schüler glänzte das Ensemble. Die Ballade des „John Maynard“ wurde von ihnen als Remix gerappt: „Der Wellentaxilooser“. Natürlich durfte auch Hausmeister Maus nicht fehlen, der stolz und wegen seiner geringen Fremdsprachenkenntnisse unwissend sein neues T-Shirt präsentierte, das ihm die Schüler von der Klassenfahrt nach London mitbrachten. „Fucktotum“ war darauf zu lesen.

Erst nach drei Zugaben, darunter das bekannte und beliebte „Wunderbar, Herr Baß“ durften die Daktiker den Unterricht beenden und in die wohlverdiente Pause gehen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare