setzt Impulse zur Weiterentwicklung der eigenen Gemeinde

Reformation bedeutet verändern

Zogen alle Register ihres Könnens: Die Mitglieder der Dahler Kirchenband musizierten Foto: Hornemann

Altena - Pfarrer Uwe Krause wird bestimmt mal durchzählen, ob 95 Thesen bei der zweiten Dahler Churchnight angeschlagen worden sind. Zwar ist die evangelische Kirchengemeinde Dahle eher den Lehren von Calvin und Zwingli zugewandt, doch Reformation ist Reformation.

Das brachten am Samstagabend, 31. Oktober, die Konfirmanden aus Dahle und Evingsen den zahlreichen Besuchern des Dahler Gotteshauses näher.

Es war ein schöner Rückblick in die kirchliche Historie und zugleich ein moderner Gottesdienst, der Generationen verbinden konnte: Richtig viel Applaus ernteten die Mitglieder der Dahler Kirchenband, deren Mitglieder sich trotz Studiums und Ausbildung in anderen Städten für die Churchnight wieder eingefunden hatten. Schwedenfeuer hatten den Besuchern schon von Weitem den Weg gewiesen, eine coole Illumination der Kirche aus dem Hause Roder tat ihr Übriges. Die 30 von Pfarrer Uwe Krause betreuten Konfirmanden aus Dahle und Evingsen hatten Gastgeberqualitäten bewiesen und einige Erlebnisstationen für Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde und interessierte Mitglieder beider Gemeinden vorbereitet. Ein Höhepunkt war die aus Dillenburg entliehene Gutenberg-Buchpresse. Diese technische Revolution hat das Christentum weit gebracht. Wer der Vater der Buchdruckkunst war und was seine Erfindung in der Verbreitung der Bibel bewirkte, hatten die Konfirmanden recherchiert und im Altarraum präsentiert. Auch eine Gegenüberstellung zwischen Presse und modernen Laserdruckern fehlte nicht. Zwar haben die Kompaktgeräte für den Hausgebrauch heute bedeutende Vorteile, doch vom Charme eines handgepressten Exemplars von Psalm 23 ließen sich die Gäste gern hinreißen.

Reformation bedeutet auch Bewegung und Veränderung. Welche Zukunft sie für ihre Kirche sehen, konnte am Thesentisch von den Gemeindemitgliedern notiert werden. Manches, wie der Wunsch nach mehr modernen Kirchenliedern, lässt sich in Schwerpunktgottesdiensten schnell und einfach umsetzen. Für die Anschaffung eines neuen und rutschfesten Kirchenbodens - ein durchaus lobenswerter Reformgedanke - müsste erstmal ein tiefer Blick in den Kirchenhaushalt geworfen werden. Auch der Wunsch nach einer kunstvollen Darstellung des gekreuzigten Jesu war notiert worden. Pfarrer Krause ergänzte spontan auf dem Thesenpapier: ,,Er ist doch auferstanden!”

Die Kirche der Zukunft existiert seit der Churchnight nicht nur auf dem Papier: Die Schreinerei Frank hatte den Konfirmanden hausgemachte große Bausteine zur Verfügung gestellt, auf denen Gäste die für sie wichtigsten Elemente von Kirche notieren und in das Werk einbauen konnten. ,,Das Modell werden wir fixieren und wandern lassen müssen zwischen Dahle und Evingsen”, merkte Uwe Krause an. Ihm, und das gibt er auch dem Gemeindenachwuchs mit auf den Weg, ist Reformation auch in Form eines generationsübergreifenden Dialogs wichtig.

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